Aber das wird besser werden, wenn der letzte Schub aus den Replikatoren älter wird und sich selber unterhält. Man hat die Produktion neuer Quaddies vor etwa fünf Jahren eingestellt, sehen Sie, in Erwartung, daß diese Aufgabe ihnen selber übertragen wird.« Van Atta leckte die Lippen und hob die Augenbrauen, als freue er sich über einen deftigen Witz. Leo konnte nicht bedauern, daß ihm die Pointe entging. Er wandte sich um, rollte sich in der Luft zusammen und überkreuzte die Arme. »Die Raumfahrergewerkschaft wird es Sklavenarbeit nennen, wissen Sie«, sagte er schließlich.

»Die Gewerkschaft wird noch schlimmere Bezeichnungen dafür haben. Ihre Produktivität wird schlecht aussehen«, knurrte Van Atta. »Scheißgerede mit lauter Reizwörtern. Diese kleinen Schimpansen haben Sicherheit von der Wiege bis zum Grab. Galac-Tech könnte sie nicht besser behandeln, wenn sie aus massivem Platin hergestellt würden. Sie und ich, wir sollten so gut behandelt werden, Leo.«

»Ach ja«, sagte Leo nur.

KAPITEL 2

Die Beobachtungskabine an der Seite des Cay-Habitats verfügte über einen Televiewer, wie Leo zu seiner Freude entdeckte, und überdies war sie im Augenblick unbesetzt. In seiner eigenen Unterkunft fehlte ein Ausguckfenster. Er schlüpfte in die Kabine. Sein Zeitplan räumte ihm diesen einen freien Tag ein, damit er sich von den Strapazen der Reise und des Wurmlochsprungs erholen konnte, bevor sein Kurs begann. Nach einer Nacht guten Schlafs in der Schwerelosigkeit hatte sich seine Stimmung schon beträchtlich verbessert, im Vergleich zum Vortag, wie sie nach dem Rundgang mit Van Atta gewesen war, den Leo nur als ›Desorientierungstour‹ bezeichnen konnte. Rodeos gekrümmter Horizont nahm etwa die Hälfte der Aussicht ein, dahinter sah man das Sternenmeer. Gerade in diesem Augenblick kroch einer von Rodeos winzigen Monden über das Panorama. Ein Glitzern über dem Horizont fiel Leo ins Auge.



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