
Sie holte tief Luft und dämpfte ihre Stimme. Ihr Lächeln war starr geworden. »Lassen Sie mich mal Ihre Meinung korrigieren, Mr. Graf. Ich habe die Quaddies nicht erfunden. Ich wurde vor sechs Jahren hierher versetzt. Es sind die Spezifikationen von Galac-Tech, die eine maximale Sozialisation fordern. Aber ich habe sie geerbt. Und ich sorge für sie. Es ist nicht Ihre Aufgabe — oder Ihre Angelegenheit —, den juristischen Status der Quaddies zu verstehen, aber mich geht das viel an. Ihre Sicherheit liegt in ihrer Sozialisation.
Sie scheinen von den allgemeinen Vorurteilen gegenüber den Ergebnissen von Genmanipulationen frei zu sein, aber es gibt viele Leute, die nicht frei sind. Es gibt planetare Jurisdiktionen, wo dieses Ausmaß genetischer Manipulation von Menschen sogar illegal wäre. Lassen Sie diese Leute — bloß einmal — die Quaddies als Bedrohung auffassen, und…« Sie preßte die Lippen vor jeder weiteren vertraulichen Mitteilung zusammen und zog sich wieder auf ihre Autorität zurück. »Lassen Sie es mich so ausdrücken, Mr. Graf. Die Vollmacht, Schulungspersonal für das Cay-Projekt zu billigen — oder zu mißbilligen —, liegt bei mir. Mr. Van Atta mag Sie hierhergeholt haben, aber ich kann Sie fortschicken lassen. Und ich werde das ohne Zögern tun, wenn Sie sich in Ihren Worten oder Ihrem Verhalten nicht an die Richtlinien der Psychologie-Abteilung halten. Ich glaube, ich kann es nicht deutlicher ausdrücken.«
»Nein, Sie sagen es… ah… ganz deutlich«, erwiderte Leo.
»Es tut mir leid«, sagte sie aufrichtig. »Aber solange Sie sich nicht eine Weile im Habitat aufgehalten haben, müssen Sie sich wirklich vor voreiligen Urteilen zurückhalten.«
Ich bin Prüfingenieur, Gnädigste, dachte Leo. Es ist mein Beruf, den ganzen Tag Urteile zu fällen. Aber er sprach diesen Gedanken nicht laut aus. Es gelang ihnen, sich mit nur leicht gezwungener Herzlichkeit zu trennen.
