«Ich wusste gar nicht, dass Onkel Jim so schnell rennen konnte.» Louise kreischte vor Lachen.

«Wenn sie den Mund gehalten hätte, dann wäre allenfalls ein paar Leuten eine dicke, weiße, nackte Frau an der Pumpe aufgefallen, aber nein, sie musste Zeter­mordio schreien, und der ganze Strand hat das viele wallende Wabbelfleisch zu sehen gekriegt.»

Sie lehnten lachend Schulter an Schulter. Wenn die eine sich beruhigte, kam die andere wieder so richtig in Wallung. Sie waren schlimmer als Leroy und ich. Es war schön, Tante Louise lachen zu sehen.

«Was hat sie mit euch gemacht?» Leroy, stets auf der Hut vor Strafe, legte seinen Schinkenbiskuit hin.

«Wir mussten uns auf die Bank setzen, und sie hat gesagt, wir dürfen nicht in der Bucht schwimmen gehen. Wir sollten an Ort und Stelle sitzen bleiben, bis der Maultierbus vorbeikommen und uns mit zum Bahnhof nehmen würde.» Die Erinnerung ließ Mutter lächeln. «Und? Habt ihr gewartet?»

«Na ja ...» Mutter wich aus, weil Leroy und ich nicht wissen sollten, was für ein Teufel sie sein konnte, dabei wussten wir das sowieso, weil sie sich kaum ver­ändert hatte, bloß dass sie jetzt größer war.

«Deine Mutter hat jedem gesagt, der vorbeikam, eine böse dicke Frau hätte uns gezwungen, in der sengenden Hitze auf der grünen Bank zu sitzen. Wir würden austrocknen und umkippen. Oh, es war eine mitleiderregende Vorstellung.» Leroy fragte atemlos: «Und dann?»

«Ein netter Herr ist zur Polizei gegangen, und der Polizist kam angeritten, um zu sehen, was los war.

Juts hat alle Register gezogen, darauf hat er uns zum Bahnhof gebracht, und die Dame am Schalter hat uns sauber gemacht. Wir waren ganz voll Sand, und sie haben uns ein Eis geschenkt.» Tante Louise genoss die Geschichte. «Und sie haben Tante Doney wegen Kindesmisshandlung verhaftet.» Mutter lachte so hemmungslos, dass sie sich an Louise festhalten musste, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.



13 из 60