Dads Familie war 1620 nach Virginia gekommen. Er hat es nicht ein einziges Mal erwähnt, seine Mutter dagegen posaunte diese unsterbliche Mitteilung pausenlos lauthals heraus und weithin vernehmlich. Vielleicht war die Verachtung für Abstammungshochmut eins von den Dingen, die Mutter und Dad verbanden. Gegen halb acht füllte sich der herrliche Strand allmählich. Bunte Schirme wurden in den Sand gesteckt, Decken ausgebreitet, große gestreifte Handtücher zusammengefaltet an die Seite gelegt. Alle schleppten Körbe. Leroy und ich sahen keine Kinder in unserem Alter. Wir wollten nicht mit Babys spielen, schreckliche Vorstellung. Die Teenager dachten dasselbe von uns.

«Ich geh schwimmen.» Mutter stand auf, streifte ihre Shorts ab und zog ihr weißes Polohemd aus. Ihr einteiliger Badeanzug in einem schönen Melonenton brachte ihre Figur gut zur Geltung. Nach Mutter drehten sich die Leute um. Sie genoss es sichtlich.

«Ich komm gleich nach.» Louise setzte sich einen weichen Strohhut auf ihre Locken. Sie trug gerne Hüte.

Ich sprang auf, um hinter Mutter herzusausen, blieb aber stehen. «Komm, Leroy.»

«Nein. Haie. Ich hab gesehen, wie die Fische gesprungen sind.»

«Ach, das ist schon lange her. Komm mit.»

«Nee.»

«Hier an Land sind es die Krebse, die dich beißen», drohte ich, und wie zum Beweis ging ich seitwärts wie ein kleiner Taschenkrebs. «Guck, so.» «Lieber ein Krebs als ein Hai.» «Schisser.»

«Philister.» Er sprach das große Wort grinsend aus.

Das brachte Tante Louise zum Lachen, was Leroy sehr freute.

Gerade als Mutter in das noch kalte Wasser stieg, platschte ich an ihr vorbei,

sodass sie über und über nass wurde. Sie blinzelte, dann bückte sie sich und

bespritzte mich mit Wasser.

«Du bist ganz nass, Kind.»

«Du auch.» Ich liebte Mutter.

Erst in späteren Schuljahren wurde mir klar, dass manche Kinder ihre Mütter oder Väter nicht liebten, 'türlich, wenn man ihre Eltern kennenlernte, verstand man, warum.



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