Sie nahm meine Hand. «Komm.»

Wir wateten hinaus, bis ich keinen Boden mehr unter den Füßen hatte, aber jedes Mal, wenn eine Welle anrollte, hob sie mich hoch. Als ihr das Wasser bis an den Busen reichte, hielt sie mich mit beiden Händen.

«Wie tief ist es, Mutter?» «Wie groß bin ich?» «Ah, zwei Meter.»

Sie lachte. «Nickel, dann war ich größer als Dad. Er ist eins achtzig. Versuch's noch mal.» «Eins fünfzig.»

«Gut gezielt, Kind, aber nicht ganz getroffen.» Die Chesterfield hing noch in ihrem Mundwinkel, brannte aber schnell herunter. Für mich war Mutters Zigarette ein Modeacces-soire. «Eins fünfundfünfzig.»

«Bingo. Also, wie tief ist es? Denk dran, wie groß ich bin und wie hoch mir das Wasser reicht. Streng deinen Kopf an.» «Vielleicht eins zwanzig.»

«Vielleicht hast du recht.» Sie lächelte, dann trug sie mich zurück, bis meine Füße den Boden berührten. «Man kann sich fast immer alles ausrechnen, wenn man sich umsieht. Das ist das Dumme bei den meisten Menschen, Herzchen, sie hören auf das, was andere Leute ihnen sagen, oder sie stecken den Kopf in den Sand. Streng deinen Kopf an.»

«Daddy sagt immer, <Steck dir dein Geld in den Kopf, da kann es dir keiner wegnehmen.>»

Sie lächelte. «Er steckt voller Sprüche. Meistens hat er recht.» Sie drehte sich um und guckte zum Strand. «Um Himmels willen, da sitzt Louise und schmiert sich ein. Eine einzige Sommersprosse, und sie muss in die Notaufnahme.» «Sie hat keine Sommersprossen.»

«Eben.» Mutter ließ meine Hand los. «Ich wollte, ich hätte das Geld, das meine

Schwester für Salben und Cremes ausgibt.»

«Parfüms, Tante Wheezie hat mehr Parfüms als sonst wer.»

«Ja, nicht wahr?»

«Wieso sagt sie Philister zu dir?»

«Ach, das war nur Spaß. Sie hat's nicht böse gemeint. Ich hätte mich rächen und Pharisäer zu ihr sagen können.»



17 из 60