
Alles fort, dachte er düster. Die Aufzeichnungen würden Hain eindeutig überführen — und das Syndikat der Schwamm-Händler würde ihn auch opfern. Im höchsten Fall hatte er von Zwangsselbstmördern gehört, wenn sie Psychosonden oder dergleichen über sich ergehen lassen mußten. Sie würden von ihm nichts bekommen als sein Leben.
Aber Wu Julee — ohne Schwamm brauchte sie, von ihrem Zielpunkt aus gerechnet, bei Höchstgeschwindigkeit achtzehn Tage, um die verdammte Planetenkolonie zu erreichen, und sie befand sich bereits vor oder am Stadium unkontrollierbarer Ausbreitung der Krankheit.
Sie würde als hirnlos vegetierendes Wesen ankommen, unfähig zu allem, was nicht vom autonomen Nervensystem gesteuert wurde, nachdem sie den Großteil der Reise als Tier zugebracht hatte. Ein, zwei Tage danach würde ihr Nervensystem zerfressen werden, und sie mußte sterben.
Man würde sich also nicht die Mühe machen, sondern sie einfach zur nächsten Todesfabrik schicken, um von ihr wenigstens noch etwas zu haben.
Man sagte, Nathan Brazil sei ein harter Mann: erfahren, tüchtig und kalt wie Eis, jeder Gedanke nur für sich selbst.
Aber Nathan Brazil weinte im Dunkeln allein auf der Brücke seines Schiffes.
Weder Hain noch Wu Julee kamen noch einmal zum Essen, obwohl er den dicken Mann oft sah und dieser die Vorspiegelung unschuldiger Freundschaft aufrechterhielt.
Vardia erinnerte ihn eines Tages daran, daß er versprochen habe, ihr die Brücke zu zeigen.
»Gewiß«, sagte er. »Warum nicht gleich?«
Sie machten sich auf den Weg vom Aufenthaltsraum im Heck nach vorn, auf dem großen Laufgang über der Fracht.
»Ich möchte nicht neugierig sein«, sagte er zu ihr, »aber ist Ihr Auftrag von lebenswichtiger Bedeutung?«
»Sie meinen, Krieg oder Frieden, etwa in diesen Begriffen?«erwiderte Vardia.
