Der Schlangenmann klappte einen kleinen Teil seiner Schreibtischplatte hoch und gab den Blick auf eine Instrumententafel von fremdartiger Konstruktion und Zweckbestimmung frei. Ein großer, roter Knopf war das auffälligste Merkmal, und er drückte darauf.

»Mußte den Schacht umstellen«, erklärte er. »Sonst könnten welche kommen, die keinen Sauerstoff atmen, und aufbewahrt werden, bis jemandem einfällt, auf den Knopf zu drücken. Ich will gleich noch die Essensbestellung eingeben — Nate, Sie waren immer sehr für Steak und Folienkartoffel, und dabei bleiben wir.«Er drückte hintereinander einige Knöpfe an der Konsole, dann klappte er sie zu. »In zehn, fünfzehn Minuten wird das Essen da sein — und auch richtig zubereitet. Halb durch, nicht wahr, Nate?«

»Sie scheinen mich besser zu kennen als ich mich selbst«, erwiderte Brazil. »Es ist so lange her, seit ich zuletzt ein Steak gegessen habe — vielleicht fast ein Jahrhundert. Ich hatte beinahe schon vergessen, was das ist. Woher kennen Sie mich überhaupt?«

Ein breites, aber ein wenig wehmütiges Lächeln zeigte sich auf dem Gesicht des Wesens.

»Erinnern Sie sich an einen alten Kerl namens Serge Ortega, Nate? Vor langer Zeit?«

Brazil überlegte, dann fiel es ihm plötzlich ein.

»Ja, sicher, an den erinnere ich mich — aber das muß wohl hundert Jahre her sein. Ein Freiberufler — höflicher Name für einen Piraten«, erklärte er den anderen. »Ein richtiger Halunke. Für Geld tat er alles, wurde fast überall gesucht — ein toller Bursche. Das können Sie jedoch nicht sein — er war ein kleiner Kerl, von Hispaniola, bevor man sich dort der Kom-Welt anschloß und den Planeten ›Frieden und Freiheit‹ nannte.«

»Tut mir leid, das zu hören«, sagte das Wesen traurig. »Das heißt, daß meine Leute tot sind. Wer war die Grundform? Brassario?«

»Richtig«, sagte Brazil. »Aber das alles erklärt nichts.«

»O doch«, erwiderte der Schlangenmann. »Denn ich bin Serge Ortega, Nate. Diese Welt hat mich in das verwandelt, was Sie sehen.«



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