Als Leutnant hatte er oft achtern die ferne Gestalt des Kommandanten gemustert, mit Ehrfurcht, wenn auch nicht immer mit Respekt. Als er dann selbst Kommandant war, hatte er oft wachgelegen, besorgt dem Wind und den Bordgeräuschen lauschend, und sich eisern zurückgehalten, um nicht an Deck zu stürzen, wenn er dachte, der Wachoffizier wäre den Gefahren nicht gewachsen. Es war ihm schwergefallen, Aufgaben an andere zu übertragen; aber wenigstens war er auf seinem eigenen Schiff gewesen. Für die Besatzung eines Kriegsschiffes kam der Kommandant gleich nach dem Herrgott. Und einige sagten unfreundlicherweise, daß dem nur wegen Gottes höherem Dienstalter so sei.

Doch als Flaggoffizier, als Admiral, hatte er über allem zu stehen, Kommandanten seines Geschwaders zu kontrollieren und ihre Kräfte dort einzusetzen, wo sie die beste Wirkung erzielten. Seine Macht war größer, aber auch seine Verantwortung. Nur wenige Flaggoffiziere erlaubten sich jemals zu vergessen, daß Admiral Byng wegen Feigheit von einem Exekutionskommando an Deck seines eigenen Flaggschiffes erschossen worden war.

Vielleicht hätte er sich mit dem hohen Rang und dem neuen Adelstitel zufriedengegeben und wäre seßhaft geworden, wenn sein Privatleben glücklicher gewesen wäre. Doch sofort wies er diese Gedanken von sich. Er tastete nach seinem linken Auge, massierte das Lid und starrte gezielt auf die vorbeischwenkende grüne Küste. Gottlob, er sah sie wieder scharf und klar. Doch das würde nicht so bleiben. Der Arzt in London hatte ihn gewarnt: Sein Auge benötige Ruhe, Behandlung und regelmäßige Fürsorge. Das hätte aber bedeutet, daß er an Land bleiben — schlimmer noch, daß er einen Posten im Innendienst der Admiralität annehmen mußte.

Warum also hatte er seine weitere Verwendung auf See erbeten, fast gefordert? Drei seiner Vorgesetzten hatten ihm bedeutet, daß er schon vor seinem letzten großen Sieg einen Posten in London mehr als verdient gehabt hätte. Und dennoch hatte er gefühlt, daß sie froh waren, als er ihre Angebote ablehnte.



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