Herrschaft genau einhalten würden. Der Eid fruchtete aber nichts. Gleich nach dem Tod Bofaros begannen die Brüder miteinander zu streiten, wer als erster die Herrschaft antreten solle.

„Wir müssen die Reihenfolge der Herrschaft nach unserem Wuchs bestimmen. Ich bin der Größte, und darum werde ich als erster regieren", sagte Prinz Wagissa.

„Mit Verlaub", entgegnete der dicke Gramento, „wer mehr wiegt, hat mehr Verstand, also soll die Waage entscheiden, wer als erster zu regieren hat." „Du hast viel Fett, aber keinen Verstand", schrie Prinz Tubago. „Mit den Geschäften des Königreichs wird der Stärkste am besten fertig. Ich nehme es mit dreien von euch auf. Tretet vor und laßt uns unsere Kräfte messen!" brüllte er, seine riesigen Fäuste schwingend. Es kam zu einer Rauferei, bei der einer der Brüder etliche Zähne verlor, während die anderen blauunterlaufene Augen und ausgerenkte Arme und Beine davontrugen… Als sich die Prinzen wieder ausgesöhnt hatten, wunderten sie sich, daß ihnen nicht schon früher die beste Lösung eingefallen war, nämlich die Reihenfolge nach dem Alter der Brüder festzulegen. Sie beschlossen, einen gemeinsamen Palast zu bauen, in dem ein jeder seinen Teil haben sollte. Architekten und Maurer errichteten auf dem Stadtplatz ein riesiges Gebäude mit sieben Türmen und sieben getrennten Eingängen zu den Gemächern jedes Königs. Die ältesten Einwohner der Höhle hatten den Regenbogen, der am Himmel ihrer verlorenen Heimat strahlte, noch gut in Erinnerung. Sie beschlossen, ihn auf den Wänden des Palastes für ihre Nachfahren zu erhalten, und strichen die sieben Türme in den sieben Farben des Regenbogens. Kunstfertige Maler verliehen den Farben eine wunderbare Reinheit, und sie strahlten so schön wie die eines richtigen Regenbogens. Jeder König machte die Farbe des Turmes, in dem er sich niederließ, zu seiner Leibfarbe.



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