Im grünen Teil des Palastes zum Beispiel war alles grün: die Gemächer, das Festkleid des Königs, die Kleider der Hofleute, die Livreen der Diener, die Möbel. Im violetten Teil war alles violett… Welche Farbe welchem König zufallen solle, wurde durch das Los entschieden. In der unterirdischen Welt gab es keinen Wechsel von Tag und Nacht, deshalb wurde die Zeit mit Sanduhren gemessen. Die Könige beschlossen, daß besondere Würdenträger, Hüter der Zeit, auf den rechtzeitigen Wechsel der Regierung achten sollten. Das Vermächtnis König Bofaros hatte aber schlimme Folgen. Es fing damit an, daß jeder König die anderen feindseliger Absichten verdächtigte und sich eine eigene Wache zulegte, die auf Drachen ritt. Außerdem hielt jeder König Aufseher, die die Arbeit auf den Feldern und in den Fabriken überwachten. Für den Unterhalt der Soldaten, der Aufseher, der Hofleute und der Diener mußte das Volk aufkommen. Ein anderes Übel war, daß das Land keine festen Gesetze hatte. Kaum gewöhnten sich die Einwohner an die Forderungen des einen Königs, da war der Monat seiner Regierungszeit auch schon um, und ein anderer bestieg den Thron, der wiederum neue Forderungen an das Volk stellte. Besonders viele Unannehmlichkeiten bereiteten den Bürgern die Grußvorschriften.

Der eine König verlangte, daß die Leute bei seinem Anblick auf die Knie fielen, der andere, daß sie die linke Hand mit gespreizten Fingern an die Nase legten und mit der rechten über dem Kopf winkten, vor dem dritten mußte man auf einem Bein hüpfen…

Die Könige suchten einander darin zu überbieten, das Volk aber stöhnte unter ihren verrückten Einfällen. Jeder Landesbewohner besaß sieben Hüte in den sieben Farben des Regenbogens.



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