„Urgando, du sollst den Zeiger der Uhr auf dem Hauptturm um sechs Stunden vordrehen!"

„Zu Befehl, Eure Majestät!" erwiderte Urgando mit einer Verbeugung. „Ich weiß, die Untertanen warten schon mit Ungeduld auf Eure Thronbesteigung."

„Schon gut. Geh und schwatz nicht!" unterbrach ihn Stafida. „Ich tu's ja nicht zum erstenmal!" lächelte verschmitzt Urgando. Er tat, wie ihm geheißen. Aber der Hüter der Zeit König Pameljas, der junge Turrepo, hatte indessen von seinem Herrscher, der seine Regierungszeit verlängern wollte, den Befehl erhalten, den Zeiger um 12 Stunden zurückzudrehen. In der Stadt der sieben Könige und im ganzen Lande geriet alles durcheinander. Kaum hatten die Menschen die Augen geschlossen und sich dem ersten süßen Schlaf überlassen, da schlug die Palastglocke sechs — das Signal zum Auf stehen. Gähnend krochen die Leute aus den Federn und schickten sich an, zur Arbeit zu gehen.

„Hallo!" rief ein Schneider seinem Nachbarn, einem Schuster, zu. „Was ist

passiert? Warum läutet es denn schon?"

„Wer kennt sich bei denen aus!" erwiderte dieser. „Die

Könige wissen die Zeit wohl besser. Vergiß nicht, den grünen Hut aufzusetzen. ."

„Gewiß, gewiß. Ich hab ja das vorige Mal genug Ärger gehabt, weil ich mit dem falschen Hut zum Bäcker ging. Vierundzwanzig Stunden mußte ich dafür auf der Wache absitzen. ."

Die Leute, die auf den Palastplatz traten, hörten ein schreckliches Geschrei. Es kam von dem Turm mit der Uhr, auf dem sich Urgando und Turrepo rauften. Turrepo wollte Urgando hinabstoßen, um den Zeiger zurückzudrehen, aber der Alte, der stärker war, versetzte ihm einen Stoß, daß er die Treppe hinunterrollte. Turrepo blieb minutenlang reglos liegen, doch dann erhob er sich und stieg wieder den Turm hinauf.



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