Erst gegen Abend des nächsten Tages wurden die Angehörigen Ortegas wegen seines Verschwindens unruhig. Sie waren es zwar gewöhnt, daß der alte Jäger lange wegblieb, als er aber nach drei Tagen noch immer nicht zurückkehrte, schlugen Frau und Kinder Alarm. Was konnte dem Jäger zugestoßen sein? Daß er sich im Labyrinth verirrt hatte, war nicht anzunehmen, denn er kannte es ja sehr gut. Man mußte das Schlimmste befürchten, daß nämlich ein hungriges Tier ihn überfallen oder daß er verschüttet worden war. Das erstere war sehr zu bezweifeln, denn die Sechsfüßer hatten schon längst. die Bekanntschaft der Menschen gemacht und mieden sie. König Ukonda, der in diesem Monat regierte, sandte eine Schar Jäger auf die Suche aus. Ihr Führer war Kuoto, Ortegas Gehilfe. Die Leute nahmen Fackeln und Proviant für mehrere Tage mit. Nach langem Suchen fanden sie Ortega in einer Höhle, die kaum jemand kannte. Er lag an einer kleinen runden Vertiefung, die wie ein Wasserbecken aussah, nur daß kein Tropfen drin war.

Es schien, als schliefe der Jäger, aber er atmete nicht. Als die Leute das Ohr an seine Brust legten, stellten sie fest, daß das Herz stillstand. „Er ist tot!" rief einer der Jäger.

„Der Tod muß eben erst eingetreten sein", sagte Kuoto, „denn der Körper ist noch weich und warm. Wie hat er aber die zwei Wochen ohne Essen und Trinken leben können?"

Der traurige Zug mit dem leblosen Körper Ortegas machte vor dem blauen Teil des Palastes halt, in dem Ukonda lebte. Der König selbst trat heraus, um seinem treuen Jäger die letzte Ehre zu erweisen. „Wann willst du deinen Mann bestatten?" fragte er die vom Kummer gebrochene Alona, die Frau Ortegas.

„Morgen, wie's der Brauch unserer Väter verlangt!" erwiderte sie. „Ha, ha, ha", lachte ein Mann im blauen Mantel schallend.



20 из 153