»Hallo!« rief ein Schneider seinem Nachbarn, einem Schuster, zu. »Was ist passiert? Warum läutet es denn schon?«



»Wer kennt sich bei denen aus!« erwiderte dieser. »Die Könige wissen die Zeit wohl besser. Vergiß nicht, den grünen Hut aufzusetzen…«

»Gewiß, gewiß. Ich hab ja das vorige Mal genug Ärger gehabt, weil ich mit dem falschen Hut zum Bäcker ging. Vierundzwanzig Stunden mußte ich dafür auf der Wache absitzen…«

Die Leute, die auf den Palastplatz traten, hörten ein schreckliches Geschrei. Es kam von dem Turm mit der Uhr, auf dem sich Urgando und Turrepo rauften. Turrepo wollte Urgando hinabstoßen, um den Zeiger zurückzudrehen, aber der Alte, der stärker war, versetzte ihm einen Stoß, daß er die Treppe hinunterrollte.

Turrepo blieb minutenlang reglos liegen, doch dann erhob er sich und stieg wieder den Turm hinauf. Abermals stieß ihn Urgando hinunter. Turrepo gab sich aber nicht geschlagen. Beim dritten Mal bekam er seinen Gegner zu fassen, und beide purzelten die Treppe hinab. Dabei schlug Urgando mit dem Kopf gegen eine Stufe und verlor das Bewußtsein.

Turrepo drehte den Zeiger zurück und gab das Signal zur Ruhe. Ausrufer rannten durch die Stadt und befahlen den Bürgern, schlafen zu gehen, während gelbe Soldaten auf Drachen in die Dörfer und Siedlungen flogen, um dem Volk zu verkünden, daß die Grünen es zu früh geweckt hätten.

Die Leute nahmen sofort die grünen Hüte ab und setzten die gelben auf.

Turrepo, der gesiegt hatte, ging schlafen, ohne sich um den bewußtlosen Urgando zu kümmern. Nach anderthalb Stunden kam Urgando wieder zu sich, stieg auf den Turm und schickte seine Boten aus, das Volk in Stadt und Land zu wecken.



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