Lange gab es sich dieser angenehmen Beschäftigung hin, als plötzlich aus der Ferne Lärm an sein feines Ohr drang. Das Tier horchte, nahm nun schon langsamer die Schnecken vom Fels auf und drehte unruhig den zottigen Kopf nach allen Seiten.

Was hatte den Sechsfüßer so beunruhigt? Das sollte sich bald zeigen. In der Ferne tauchten Lichtflecke auf, dann wurden Menschen mit leuchtenden Kugeln an den Hüten sichtbar. Das Licht ähnelte dem, welches das Fell des Sechsfüßers ausstrahlte, nur war es viel heller und beleuchtete die Gegenstände zwanzig Schritte im Umkreis.

Schlanke Männer in Lederkleidung näherten sich dem Tier. Sie hielten gleichen Abstand voneinander und trugen ein langes Netz vor sich her, das über die ganze Breite der Höhle gespannt war. Manche hielten Stöcke mit Schlingen am Ende in den Händen.

Die Bewohner des Unterirdischen Landes waren auf Sechsfüßerjagd.

»Leise, Freunde!« sagte der Anführer der königlichen Jäger, der geschickte Tierfänger Ortega. »Das Tier ist nicht weit.«

»Paßt auf an den Seiten«, befahl Ortega. »Die Sechsfüßer suchen immer an der Wand durchzuschlüpfen.«

»Die Fackeln sind bereit«, sagten die Männer. »Wir werden ihn mit dem Feuer schrecken.«

So leise die Menschen auch sprachen, das Tier hörte sie und huschte in einen schmalen Gang. Aber die erfahrenen Jäger, die das Labyrinth genau kannten, hatten auch den zweiten Ausgang der Höhle mit einem Netz versperrt, das eine andere Schar hielt.

Der Sechsfüßer kehrte heulend um und begann durch die Höhle zu rasen. Die Jäger aber erhoben ein lautes Geschrei, zündeten ihre Fackeln an, stampften mit den Füßen und schlugen mit den Stöcken auf den felsigen Boden. Der durch das Echo verstärkte Lärm erschreckte das Tier derart, daß es vorwärts stürmte und sich in den weiten Maschen des Netzes verfing. Die Stricke drohten unter den wuchtigen Tatzenschlägen zu zerreißen, aber die Jäger schlugen das Netz fester um den Sechsfüßer, der jetzt ihr Gefangener war.



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