Sie waren allein. Alle anderen Türen standen offen. So wie er der Letzte gewesen war, den sie eingesperrt hatten, war er nun auch der Letzte, den sie wieder freiließen. Auf Vargans Wink hin begann er in Richtung Salon zu gehen.

Seine Vermutung erwies sich als richtig. Außer ihm waren alle anderen bereits im Salon versammelt. Zuseiner großen Überraschung und noch größeren Freude erkannte er, dass die Atlanter selbst Serena freigelassen hatten. Sie saß neben Trautman und Singh auf der Couch am Kartentisch und ein erfreuter Ausdruck huschte über ihr Gesicht, als sie ihn erkannte. Mike eilte los, schloss sie heftig und kurz in die Arme und wandte sich dann an Trautman: »Was ist passiert? Wo sind wir?«

Trautman hob nur die Schultern. »Ich weiß es nicht«, sagte er.

Mike sah zum Fenster. Die Irisblende vor dem gewaltigen Bullauge war geschlossen, sodass er nicht sehen konnte, was draußen war. Vermutlich hätte es ihm aber auch nichts genutzt, wäre sie geöffnet gewesen. Sie mussten unendlich tief unten im Meer sein, in einem Bereich ewiger Finsternis, den niemals ein Sonnenstrahl erreicht hatte.

Nach einigen weiteren Sekunden jedoch beantwortete Argos seine Frage. Er stand zusammen mit den beiden anderen Atlantern am Steuerpult und bediente konzentriert die komplizierten Instrumente, die die NAUTILUS lenkten.

»Wir haben unser Ziel erreicht. Noch wenige Minuten und wir sind da.«

Wie zur Antwort darauf erzitterte die NAUTILUS sanft; es war nicht, als hätte etwas das Schiffgetroffen, sondern mehr, als wäre es von einer großen, unendlich starken Hand ergriffen und ein Stück zur Seite gezogen worden. Vermutlich waren sie in eine unterseeische Strömung geraten.



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