»Hast du ein wenig ausruhen können, Mike?«

»Nicht wirklich«, antwortete Mike wahrheitsgemäß. »Aber das Essen war gut und er war sehr freundlich zu mir.« Er deutete auf den Aufseher. Aus irgendeinem Grund hatte er plötzlich das Bedürfnis ihn zu verteidigen.

»Das will ich ihm auch geraten haben«, grollte der Krieger. »Es ist schade, dass du nicht ausgeschlafen hast, aber leider nicht zu ändern. Wir haben einen langen Marsch vor uns.«

»Herr?«, fragte Mike verwirrt. Der Aufseher in seiner Ecke wurde hellhörig.

»Ich nehme dich mit«, antwortete der Krieger.

»Aber warum?«, entfuhr es Mike. Die Frage selbst war schon eine Ungehörigkeit. Es ging ihn nichts an, was der Krieger tat und warum.

»Das erkläre ich dir unterwegs«, antwortete der Krieger. »Wir werden eine Menge Zeit zum Reden haben.« Er wandte sich an den Aufpasser. »Bring einen Mantel und warme Schuhe für den Jungen. Und beeil dich gefälligst!«

Der Mann rannte regelrecht aus dem Raum. Kaum waren sie allein, da war der gelassene Gesichtsausdruck des Kriegers wie weggeblasen. Er wirkte plötzlich nervös und sein Blick irrte immer wieder zur Tür. Fast als fürchte er sich vor etwas. Aber natürlich war auch das Unsinn. Krieger fürchteten sich vor nichts.

Es dauerte nicht lange und der Aufseher kam zurück, einen warmen Mantel über dem rechten Arm und ein Paar fester Schuhe in der linken Hand. Mike zog beides an und sie verließen zu dritt den Raum verlassen.

Draußen hob der Krieger jedoch die Hand und hielt den Wächter zurück. »Du bleibst hier«, sagte er. »Du wirst dieses Haus nicht verlassen, ehe die Schlafenszeit vorüber ist. Und du wirst zu niemandem über das sprechen, was du gehört und gesehen hast. Tust du es, kostet es dich dein Leben. Hast du das verstanden? «

»Ja, Herr«, sagte der Aufseher. Er war bleich vor Schrecken.



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