»Du gibst mir gut auf den Jungen Acht«, sagte er. »Ich bin in wenigen Stunden zurück. Bis dahin gibst du ihm etwas Anständiges zum Essen; und sorge dafür, dass er sich wäscht. Er stinkt fast so sehr wie du. Bis ich zurück bin, darf er mit niemandem reden!« »Ja, Herr«, sagte der Wächter demütig.

In den nächsten Stunden kam sich Mike vor wie im Paradies: Der Aufseher brachte ihm Wasser zum Waschen, saubere Kleider, die ihm zwar nicht ganz passten, aber trotzdem das Schönste waren, was er jemals besessen hatte, und das beste Essen, das ihm jemals untergekommen war. Der Mann sagte während der ganzen Zeit kein Wort, aber die Blicke, mit denen er Mike maß, waren von einer Mischung aus Zorn und Mitleid erfüllt – beides Gefühle, die Mike nur zu gut nachempfinden konnte.

Die Zeit verging, ohne dass der Krieger zurückkam. Draußen brach die Schlafenszeit an und auch damit stimmte etwas nicht. Mike hatte das Gefühl, einmal eine Schlafenszeit gekannt zu haben, die anders war. Dunkel. Als hätte jemand das Licht am Himmel ausgeschaltet. Was natürlich vollkommener Unsinn war.

Sie mussten so lange warten, bis er wieder hungrig wurde und der Aufseher ihm eine zweite Mahlzeit brachte, und auch danach vergingen noch einmal einige Stunden. Spät in der Mitte der Schlafenszeit erst kam der Krieger zurück.

»Hat er irgendetwas gesagt?«, fragte er sofort, als er den Raum betrat, ohne sich mit einer Begrüßung aufzuhalten.

»Nein, Herr«, antwortete der Wächter. »Er ist verstockt. Und wenn Ihr mich fragt –«

»Ich kann mich nicht erinnern, dich gefragt zu haben«, fiel ihm der Krieger ins Wort. Dann wandte er sich an Mike und seine Stimme und sein Gesichtsausdruck wurden wieder freundlicher.



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