
»Aber das kann ich dir nicht ersparen. Du musst dich erinnern, Mike.«
»Aber woran?«
»An dein Leben«, sagte Sarn. »Du hast damit schon angefangen. Versuch es weiter. Jede Kleinigkeit ist wichtig. Für dein Leben und für die Freiheit vieler Menschen. Vielleicht für ganz Lemura.«
Er vertilgte sein letztes Stück Fleisch, stand auf und löschte mit großer Sorgfalt das Feuer. Anschließend gab er Mike ein Zeichen, sieh ebenfalls zu erheben.
Sie gingen zum Weg zurück. Sarn gebot ihm am Waldrand zu warten. Mike beobachtete mit wachsender Beunruhigung, dass er den Weg sorgsam auf Spuren untersuchte, ehe er ihm erlaubte ihm zu folgen. Er sagte nichts, aber sein Benehmen machte klar, dass er damit rechnete, verfolgt zu werden. Mike konnte sich nur nicht erklären, von wem. Krieger hatten keine Feinde. Es gab in ganz Lemura niemanden, den Sarn hätte fürchten müssen. Mike wagte es jedoch nicht, eine entsprechende Frage zu stellen.
Zwei, vielleicht auch drei Stunden marschierten sie in scharfem Tempo dahin, dann erreichten sie die Stelle, an der der Weg scharf nach Westen abknickte, um dem Großen Abgrund auszuweichen und anschließend zum Aufstieg zur nächsten Ebene zu führen. Mike erwartete natürlich, dass sie ihm weiter folgen würden, und er war nicht wenig überrascht, als Sarn den Kopf schüttelte und in die entgegengesetzte Richtung wies.
»Dorthin?«, vergewisserte er sich. »Aber dort liegt der Große Abgrund!«
»Ich weiß«, antwortete Sarn mit einem sanften Lächeln. Mehr sagte er nicht und natürlich wagte es Mike auch nicht, eine weitere Frage zu stellen. Sich überhaupt zu vergewissern, ob die Entscheidung des Kriegers richtig war, ja, seine Entscheidung gewissermaßen in Frage zu stellen, grenzte an Selbstmord. Aber indem Sarn ihm gestattet hatte, ihn mit seinem Namen anzureden, hatte er die Distanz zwischen ihnen verringert. Mike war nur nicht sicher, ob ihm das gefiel oder ob es ihm eher Angst machen sollte.
