Die Richtung jedenfalls, in der sie sich nun bewegten, gefiel ihm eindeutig nicht. Vor ihnen lagen nur noch dichter Wald, drei, vielleicht vier Wegstunden tief, und danach das Ende der Welt; der Große Abgrund. Wohin führte ihn Sarn?

Selbst wenn Mike es gewagt hätte, den Krieger danach zu fragen, hätte er während der nächsten Stunden gar keine Gelegenheit dazu gefunden, denn allein das Gehen beanspruchte seine gesamten Kräfte. Der Wald war hier viel dichter als der, in dem sie zuvor geschlafen hatten. Mehr als einmal musste der Krieger sein Schwert zu Hilfe nehmen, um sich einen regelrechten Pfad durch das dichte Unterholz zu hacken, und ein paar Mal schien selbst das nichts mehr zu nutzen. Sie erreichten das Ende des Waldes erst, als die Schlafenszeit fast heran war. Mike war mit seinen Kräften am Ende und selbst der Krieger wirkte erschöpft und müde. Das wunderte Mike. Er hatte immer geglaubt, dass Krieger keine Müdigkeit kennen. Konnte es sein, dass die göttliche Gestalt, neben der er ging, ein paar durchaus menschliche Schwächen hatte?

Sarn gab ihm mit Zeichen zu verstehen, dass er sich setzen und eine Weile ausruhen sollte, schien sich aber selbst noch keine Pause gönnen zu wollen. Mike sah erstaunt zu, wie er sich einen Moment suchend umblickte und dann mit großem Geschick auf den höchsten Baum stieg, den es in unmittelbarer Umgebung gab. Da die Blätterkrone des Waldes sehr dicht war, entschwand er schon bald seinen Blicken und Mike war allein.

Er wagte es nicht, Sarns Aufforderung Folge zu leisten und sich zu setzen. Auch wenn sie auf dem Weg hierher nicht viel davon zu Gesicht bekommen hatten, so wusste er doch, dass der Wald voller Leben war. Gefährlichem Leben. So blieb er angestrengt lauschend und mit heftig klopfendem Herzen stehen, bis Sarn zurückkehrte.



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