Es tat ungemein wohl, seinen müden Gliedern endlich ein wenig Erholung gönnen zu können. Mit der Ruhe kam auch die Müdigkeit zurück, aber er getraute sich nicht im Sitzen zu schlafen wie Sarn.

Um nicht aus Versehen einzuschlafen, was mit Sicherheit zu einem tödlichen Sturz in die Tiefe geführt hätte, ließ er seinen Blick aufmerksam über das grünbraune Blätterdach des Waldes tief unter sich schweifen. Nach einer Weile entdeckte er eine Bewegung tief unter ihnen, aber nicht mehr allzu weit vom Fuß der Wand entfernt. Zwei, drei, vier Gestalten in schwarzen Mänteln und bronzefarbenen Brustharnischen und Helmen bahnten sich mit blitzenden Schwertern einen Weg durch den Wald.

»Das ... das sind ...Krieger!«,entfuhr es ihm.

Sarn öffnete die Augen. Er hatte nicht geschlafen, sondern nur

ausgeruht. »Und zwar die besten«, sagte er leise. »Argos´

Palastwache.«

»Aber wieso ... wieso laufen wir vor ihnen davon?«, fragte Mike verständnislos.

»Weil sie mich töten würden, wenn ich ihnen in die Hände fiele«, antwortete Sarn. »Und ich fürchte, dich auch.«

»Töten? Aber wieso denn? Du bist doch auch ein Krieger! Ein Mann wie sie!«

»Nein!« Sarns Widerspruch kam unerwartet heftig.

»Ich war einmal wie sie, das ist wahr. Aber es ist lange her. Ich gehöre zum Widerstand, weißt du?«

Mike hatte keine Ahnung, was derWiderstandwar.

»Bis gestern wusste niemand davon«, fuhr Sarn fort. »Ich habe im Geheimen gearbeitet. Als Krieger im Dienst der Herrschenden war ich dem Widerstand von großem Nutzen. Aber damit ist es nun vorbei.« Er seufzte und sah Mike an. »Ich hoffe, es war das Opfer wert ... Fühlst du dich stark genug, um weiterzuklettern?«



36 из 166