
Die ehrliche Antwort auf diese Frage wäre ein ganz klares Nein gewesen. Aber dann sah Mike wieder nach unten. Die Krieger waren schon näher gekommen. Nicht mehr lange und sie würden ebenfalls damit beginnen, an der Wand emporzuklettern.
»Ich bin nicht sicher, ob ich es bis oben schaffe«, sagte er.
»Das musst du auch nicht«, antwortete Sarn geheimnisvoll. »Wir haben schon mehr als die Hälfte. Komm, weiter!«
Sie setzten ihren Aufstieg fort. Die kurze Rast hatte nicht gereicht, seine Kräfte wirklich wieder zu erneuern. Seine Hände
bluteten mittlerweile und jeder Muskel in seinem Körper tat weh.
Aber Sarn trieb ihn unbarmherzig an.
Stunden, wie es Mike vorkam, kletterten sie weiter, ohne dass das Ende der Felswand sichtbar näher zu kommen schien. Mike hatte längst den Punkt überwunden, an dem er der Meinung war, einfach nicht mehr weiter zu können, aber Sarn gestattete ihm nicht die geringste Pause. Als Mike einmal zufällig einen Blick in die Tiefe warf, da wurde ihm nicht nur sofort schwindelig, er verstand auch, wieso Sarn ihn so unbarmherzig antrieb.
Unter ihnen kletterten vier Gestalten in wehenden schwarzen Mänteln die Wand empor und bewegten sich deutlich schneller als sie.
»Wir haben es fast geschafft«, keuchte Sarn. »Sie werden uns nicht einholen, hab keine Angst.«
Mike sah verwirrt nach oben. Sie hatten etwas mehr als die Hälfte der Wand hinter sich. Die Anstrengung musste Sarns Sinne verwirrt haben! Trotzdem kletterte er verbissen weiter. Zurück ging es nicht mehr und vielleicht würden die Kräfte der Verfolger ja irgendwann einmal erlahmen.
Plötzlich war Sarn über ihm einfach verschwunden, doch bevor Mike auch nur richtig erschrecken konnte, tauchten Kopf, Schultern und rechter Arm des Kriegers wieder auf. Er winkte aufgeregt mit der Hand.
