
»Hier! Reib dich damit ein. Aber gründlich.«
Mike warf einen missmutigen Blick in den Beutel. »Es stinkt«, sagte er.
Sarn nickte. »Was meinst du, wieduerst stinkst, wenn du ein paar Tage tot bist«, sagte er. »Nun mach schon.«
Was blieb Mike schon anderes übrig als Sarn zu gehorchen? Angeekelt griff er in den Beutel, nahm eine Hand voll der stinkenden Masse heraus und rieb sich gründlich jedes bisschen sichtbare Haut damit ein. Als er fertig war, stank er wie ein toter Fisch. Ein schon ziemlich lange toter Fisch.
Sarn verstaute seinen Beutel sorgsam wieder, hielt sich mit der linken Hand am Felsen fest und beugte sich wieder vor, um nach den Verfolgern zu sehen. Dann tat er etwas, was Mike einfach nicht verstand.
»Heda!«, brüllte Sarn, so laut er konnte. »Kommt ruhig her, wenn ihr euch traut! Wir werden euch entsprechend empfangen!«
Jetzt zweifelte Mike wirklich an seinem Verstand. Nicht nur, dass Sarn ihm gerade selbst eingeschärft hatte, nur ja leise zu sein – Mikes Meinung nach hatten ihre Chancen gar nicht so schlecht gestanden, dass die Verfolger die schmale Felsplatte einfach übersahen. Er selbst jedenfalls hätte sie nicht einmal bemerkt, wäre Sarn nicht praktisch vor seiner Nase darin verschwunden. Jetzt gab es diese Möglichkeit natürlich nicht mehr.
Sarn machte jedoch durchaus den Eindruck, als wisse er, was
er tat. Mit einem zufriedenen Ausdruck im Gesicht drehte er sich
zu Mike herum.
»Jetzt werden sie uns finden!«, sagte Mike.
»Na, das will ich doch hoffen«, antwortete Sarn. Er deutete in die grüne Dämmerung hinter Mike. »Folge mir. Beweg dich ganz langsam und gib keinen Laut von dir, ganz egal, was passiert!«
