
Mike konnte hören, wie Möbel gerückt wurden, dann knarrte etwas und plötzlich erfüllte roter Fackelschein den Raum. Es reichte nicht aus, um viele Einzelheiten zu erkennen, aber immerhin konnte Mike sehen, dass sich im Boden eine Klappe geöffnet hatte, unter der hölzerne Stufen steil in die Tiefe führten. Der Fackelschein kam von dort unten.
Ohne dass es einer weiteren Aufforderung bedurft hätte, folgte er Sarn und den beiden anderen Männern in die Tiefe. Kaum hatten sie die Treppe betreten, da fiel die Klappe über ihnen zu und sie fanden sich erneut in einem schier endlosen, unterirdischen Labyrinth wieder. Gang folgte auf Gang, sie liefen über Treppen, Geröllhalden oder auch von der Hand der Natur geformte Rampen und Mike war sicher, dass er schon nach wenigen Schritten hoffnungslos die Orientierung verloren hätte. Sarn jedoch bewegte sich mit nahezu traumwandlerischer Sicherheit vorwärts.
Schließlich wurde es auch vor ihnen hell und nach einigen weiteren Augenblicken betraten sie eine große, von einem guten Dutzend Fackeln erhellte Höhle, in der sich zahlreiche Männer und Frauen aufhielten. Herumgedrehte Fässer und Kisten dienten als Tische und Stühle und der Duft von gebratenem Fleisch erfüllte die Luft. Etliche der Anwesenden sahen hoch, als Mike und seine Begleiter die Höhle betraten, und an ihren Mienen wurde Mike klar, dass ihre Ankunft offenbar ungeduldig erwartet worden war. Sarn trieb ihn jedoch unbarmherzig weiter und deutete auf einen Durchgang am jenseitigen Ende der Höhle.
»Unser Anführer will dich sehen«, sagte er. »Mit allen anderen kannst du dich später bekannt machen.«
Etwas an der Art, in der Sarn das sagte, gefiel Mike nicht. Und plötzlich fühlte er sich nicht mehr besonders wohl in seiner Haut. Er hatte erlebt, wie hart und rücksichtslos diese Menschen sein konnten, wenn es sein musste. Was, wenn er ihrem geheimnisvollen Anführer gegenübertrat und dieser zu dem
