»Das Felltier«, antwortete Mike. Er hatte das Gefühl, dass das keine besonders kluge Antwort war. Eine Sekunde lang starrte ihn der Aufseher auch nur fassungslos an – dann holte er aus und schlug ihm so heftig ins Gesicht, dass Mike auf der Stelle das Bewusstsein verlor.

Er erwachte mit furchtbaren Kopfschmerzen, dem Geschmack von Blut auf der Zunge und in Ketten. Trotzdem spürte er sofort, dass er gebunden war; vielleicht, weil er längst nicht zum ersten Mal mit Ketten an Händen und Füßen erwachte oder auch einschlief. Zum Leben in der Strafkolonie Lemuras gehörte das praktisch dazu.

Was nicht immer dazugehörte, das war der Anblick eines pelzigen runden Gesichts, das sich unmittelbar vor dem seinen befand und ihn aus einem einzelnen, bernsteingelben Auge anstarrte.

Mike fuhr mit einem keuchenden Schrei in die Höhe und sank gleich darauf mit einem zweiten Schrei wieder zurück, denn er war nicht nur in Ketten, sondern diese Ketten waren zusätzlich an einem schweren Eisenring im Boden angebracht, sodass er mit einem harten Ruck zurückgerissen wurde.

Er bemerkte den Schmerz kaum, sondern starrte das Pelztier vor sich aus hervorquellenden Augen und mit klopfendem Herzen an und einen Moment später erklang hinter seiner Stirn eine Stimme:

Wenn du noch ein bisschen lauter schreist, bekommen wir bald Besuch.

Es war dieselbe spöttische Stimme, die er schon einmal gehört hatte. Und diesmal konnte er sich nicht einreden, sie sich nur eingebildet zu haben.

»Was ...«, keuchte er. »Wer bist du? Was willst du von mir?!«

Nicht so laut!sagte die Stimme in seinem Kopf noch einmal.Wieso schreist du hier so rum? Willst du unbedingt die Wachen alarmieren?

»Du sprichst mit mir?«, sagte Mike verstört – zwar leiser, für den Geschmack des Felltiers aber offensichtlich immer noch zu laut, denn es brachte das Kunststück fertig, sein pelziges



8 из 166