Mike riß erneut verblüfft die Augen auf. Das war kaum noch der Trautman, den sie alle kannten. Er konnte sich nicht erinnern, ihn jemals in einem solchen Ton reden gehört zu haben.

»Also, brechen wir auf«, sagte Trautman. »In einem stimme ich Ben nämlich zu: Ich habe keine Lust, länger als notwendig hierzubleiben. « Er stand auf, drehte sich auf der Stelle herum und verließ mit energischen Schritten den Raum. Mike warf einen fragenden Blick zu Serena hinüber, erntete aber nur ein ratloses Achselzucken. Keiner von ihnen hatte Trautman jemals so gereizt gesehen. Es war direkt unheimlich.

Und es sollte erst der Anfang sein.

Es war nicht das erste Mal, daß Mike an genau dieser Stelle stand und zu der gewaltigen Klippe aus muschelverkrustetem Stahl und Rost hinaufsah, aber das Gefühl, das er dabei hatte, hatte sich nicht verändert. Es schien sogar noch stärker geworden zu sein, er kam sich winzig und verloren vor, wie eine Ameise vor der Fassade eines Hauses. Die TITANIC hatte ihren Namen zu Recht, aber es war eben eine Sache, zu hören, daß es sich um den größten Passagierdampfer handelte, der jemals gebaut worden war, und eine ganz andere, diesem schwimmenden Koloß wirklich gegenüberzustehen.

Wie die TITANIC so auf dem Meeresboden lag, halb auf die Seite gesunken und mit aufgerissener Flanke, kam sie ihm sogar noch bedeutend größer und gewaltiger vor. Die TITANIC war tot, aber sie war immer noch ein Gigant.

Trautmans Gedanken schienen in eine ganz ähnliche Richtung zu gehen, denn er war wie Mike stehengeblieben und blickte eine ganze Weile wortlos nach oben. »Unglaublich«, sagte er schließlich. »Was?« fragte Mike. »Daß sie gesunken ist?« Trautman schüttelte den Kopf, aber der Helm seines Unterwasseranzuges, der fest mit den Schultern verbunden war, blieb starr. Mike sah nur, wie sich sein Gesicht hinter der Scheibe von rechts nach links und wieder zurück bewegte. »Auch«, sagte er. »Aber viel unglaublicher finde ich noch, daß Menschen in der Lage sind, so etwas zu bauen. «



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