
Die Cocktailparty war obligatorisch. In der Tenniswelt rangierte sie auf gleicher Ebene mit Tod und Steuern. Die Spieler setzten ihren Arsch in Bewegung und zeigten sich, wenn die Hauptpersonen es wollten. Da gewöhnlich bei einem Turnier auch einheimische Sponsoren zum Preisgeld beisteuerten, schüttelten Spieler und Spielerinnen die Hände von Bankdirektoren, Kürschnern, Autohändlern und anderen Geschäftsleuten, die viel zu faszinierend sind, um der Erwähnung zu bedürfen.
Im Tennis werden Sponsoren hofiert. Es kostet zwischen 100 000 und 150 000 Dollar, ein Tennisturnier von Rang zu veranstalten. Das ist bloß die Veranstaltung, ohne die Spielerprämien. Wenn ein Sponsor nicht mit mindestens 75 Prozent des Preisgeldes rüberkommt, verliert der Veranstalter sein letztes Hemd. Deshalb regieren in Wahrheit Sponsoren, nicht die Damentennisliga das Spiel.
Es war Lavinias Verdienst, das als erste erkannt zu haben. Sie war es, die die Tomahawk-Kosmetikwerke dazu überredete, das Hallentennis der Damen von Januar bis Ende März zu sponseren: die Tomahawk-Turnierrunde. Tomahawk brauchte ein Image, und Howard Dominick, der neue Chef von Tomahawk, war ein alter, persönlicher Freund von Lavinia. Sie überzeugte ihn davon, die Verknüpfung von Tomahawk mit den Damenhallen-Turnieren würde die amerikanischen Frauen Revlon, Clairol und Max Factor glatt vergessen lassen. Zwar ließ das Damentennis die Käuferinnen jene Firmen nicht vergessen, doch sie erinnerten sich an Tomahawk. Die Mädchen betraten den Platz in einer Duftwolke von Tomahawks neuestem Parfüm. Sie trugen Tomahawk-Nagellack in einer Farbskala, die das Blut ins Stocken brachte. Ihr Haar voller TomahawkHaarspray war wie Draht, bis so viele von ihnen rebellierten, daß man auf diese Taktik verzichtete. Witzbolde meinten, die Damen benutzten sogar Tomahawks Intimdeodorant TeePee. Howard Dominick und Lavinia Sibley Archer gaben den Frauen die Mittel, sich mit ihrem Sport den Lebensunterhalt zu verdienen. Der Beweis ihrer weisen Voraussicht waren die Stars, die daraus hervorgingen.
