Bei sechs beide verkündete Miranda Mexata, die beste Schiedsrichterin im Tennis, dem Publikum, daß jetzt ein Tie- Break erfolge, der den Ausgang des Satzes entschied. Bis 1971 mußten die Tennissätze mit einem Vorsprung von zwei Spielen gewonnen werden. Wenn du nicht den Aufschlag der Gegnerin durchbrechen konntest und sie deinen auch nicht, hättet ihr womöglich bis zum jüngsten Tag auf dem Platz sein können. 1963 brauchte Billie Jean King 36 Spiele, um Christine Truman beim Wightman Cup Competition zu schlagen: 6:4, 19:17. 1968 schlug der Australier John Brown nach 70 Spielen Bill Brown aus Omaha. Der erste Satz endete 36:34. Zweifellos war Nach­sicht angesagt. Vielleicht konnten die Spieler das aushalten, nicht aber die Zuschauer. Es ging das Gerücht, während des Spiels Brown gegen Brown sei tatsächlich einigen der Hintern abgestorben. Nach vielen Diskussionen zwischen der Alten Garde und den jungen Profis wurde der Tie-Break eingeführt.

Der Tie-Break kam zur Anwendung: Plötzlicher Tod. Car­men hatte den ersten Aufschlag. Sie bekam einen Aufschlag, Schmettie zwei Aufschläge, Carmen ebenfalls zwei und so wei­ter nach dem Zwei-Aufschläge-Prinzip, nur wechselten die Gegnerinnen nach sechs Punkten die Seiten. Selbst beim Hallen­tennis ist der Seitenwechsel fair und wird beibehalten. Sonne und Wind sind offensichtliche und hinreichende Gründe für den Seitenwechsel beim Freiluftspiel, doch ist in der Halle das Flut­licht oft an einer Stelle des Platzes besser als an einer anderen. Der Tie-Break war die simple Lösung eines verzwickten Pro­blems. Wer zuerst sieben Punkte erreichte, hatte den Satz ge­wonnen. Wer zwei von drei Sätzen gewann, hatte das Match für sich entschieden. Falls die Gegnerinnen so gleich gut waren, daß sie selbst im Tie-Break einen Gleichstand von sechs beide er­reichten, wurde so lange gespielt, bis eine Spielerin zwei Punkte Vorsprung hatte.



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