Heiß, kalt - wie in dem Kinderspiel.

Die Leute stiegen in die Wagen ein. Ich rannte am Zug entlang, spürte, wie sich glibberiger Speichel in meinem Mund sammelte, meine Zähne anfingen wehzutun, meine Finger sich verkrampften. In meinen Kopfhörern dröhnte die Musik.

In the shadow of the moon,

She danced in the starlight Whispering a haunting tune

To the night…

Was für ein passender Song! Erstaunlich passend sogar…

Was nichts Gutes verhieß.

Ich sprang zwischen den sich schließenden Türen hindurch, erstarrte, lauschte in mich hinein. Getroffen oder nicht? Denn visuell hatte ich mein Ziel nach wie vor nicht ausgemacht.

Doch, getroffen.

Die Metro jagte den Ring entlang, während meine alarmierten Instinkte schrien:»Hier! Ganz nah!«

Hatte ich vielleicht sogar den richtigen Waggon erwischt?

Heimlich musterte ich die anderen Fahrgäste, musste mich dann aber von dieser Hoffnung verabschieden. Hier gab es niemanden, der von besonderem Interesse gewesen wäre.

Gut, ich kann warten.

Feel no sorrow, feel no pain,

Feel no hurt, there’s nothing gained…

Only love will then remain,

She would say.

An der Station Prospekt Mira spürte ich, dass sich mein Ziel entfernte. Ich sprang aus dem Waggon und folgte denen, die hier umstiegen. Nah, ganz nah…

Auf dem Bahnsteig der Nord-Süd-Strecke nahm ich mein Ziel in fast schmerzhafter Weise wahr. Ein paar Kandidaten hatte ich bereits ins Auge gefasst: zwei junge Frauen, einen jungen Mann, einen Jungen. Sie alle kamen in Frage, doch wer von ihnen war es?

Mein Quartett stieg in denselben Waggon ein. Immerhin etwas. Ich folgte den vieren und wartete ab.



15 из 487