
Eine der beiden Frauen stieg an der Rishskaja aus.
Ich spürte das Ziel genauso stark wie zuvor.
Der junge Mann stieg an der Alexejewskaja aus.
Sehr schön. Die andere Frau oder der Junge? Wer von den beiden?
Ich gestattete mir einen verstohlenen Blick auf sie. Die Frau war füllig, rosawangig und in die Lektüre des Moskowski Komsomolez vertieft. Sie schien in keiner Weise nervös. Der Junge, ihr genaues Gegenteil, nämlich mager und zerbrechlich, stand an der Tür und fuhr mit dem Finger über die Scheibe.
Meiner Ansicht nach war die Frau ungleich… appetitlicher. Zwei zu eins, dass sie es ist.
Doch im Allgemeinen gibt die Frage des Geschlechts den Ausschlag.
Allmählich konnte ich den Ruf hören. Noch ohne Worte, sondern nur als zarte, getragene Melodie. Die Töne aus meinen Kopfhörern drangen bereits nicht mehr zu mir durch, denn der Ruf erstickte die Musik ohne weiteres.
Weder die Frau noch der Junge wurden unruhig. Entweder konnten sie sehr viel ertragen - oder sie hatten sich sofort ergeben.
Der Zug fuhr in die Station Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft ein. Der Junge nahm die Hand von der Scheibe, stieg aus und ging schnellen Schrittes auf den alten Ausgang zu. Die Frau blieb im Waggon.
Verflucht!
Beide waren noch so nah, dass ich nicht auszumachen vermochte, wen von ihnen ich spürte.
Und plötzlich schwang sich die Melodie des Rufs jubelnd auf, und es schlich sich eine Stimme in sie ein.
Eine weibliche!
Ich sprang zwischen den sich schließenden Türen nach draußen und eilte dem Jungen nach.
Sehr schön. Die Jagd näherte sich dem Ende.
Bloß - wie sollte ich in dieser Situation mit einem entladenen Amulett zurechtkommen? Ich hatte keinen blassen Schimmer…
