
Unten am Strand wehte es mächtig, und die Brandung kam gleichzeitig von links und rechts. Draußen auf dem Meer baute sich eine verführerische Dünung auf. Die Wellen bildeten sich schnell und brachen noch schneller - genau die Art Seegang, die einen Anfänger hinauslocken und umbringen konnte.
Der Tote indes war kein Surfer gewesen. Mick war überrascht. Er hatte angenommen . Wie hatte er sich nur dazu hinreißen lassen können! Er war froh, dass er seine voreiligen Schlüsse für sich behalten und nichts zu dem Mann und der Frau gesagt hatte.
Es war genau, wie Daidre Trahair es beschrieben hatte: Es sah wie ein Unfall aus. Ein junger Kletterer - eindeutig tot - lag auf einem Schieferfelsen am Fuß der Klippe.
Mick fluchte leise, als er die Leiche in Augenschein nahm. Das hier war nun wirklich nicht die beste Stelle zum Klettern, weder allein noch mit Partner. Zwar gab es in der Felswand Schieferschichten, wo man mit Händen und Füßen gut Halt finden konnte, und genügend Spalte, um Friends und Klemmkeile zur Sicherung einzusetzen, aber ebenso gab es Sandsteinflächen, die zerbröselten wie mürbes Gebäck, wenn man den entsprechenden Druck darauf ausübte.
So wie es aussah, war der Tote allein geklettert. Er hatte sich von der Klippe abgeseilt, um anschließend wieder nach oben zu steigen. Das Seil schien intakt, und der Karabiner war immer noch mit einem Achterknoten daran befestigt. Der Kletterer selbst war über ein Grigri mit dem Seil verbunden. Sein Abstieg hätte eigentlich problemlos funktionieren müssen.
Materialfehler oben an der Klippe, schloss Mick. Sobald er hier unten fertig war, würde er über den Küstenpfad nach oben kraxeln, um dort nach dem Rechten zu sehen.
Er machte seine Aufnahmen. Die Wellen krochen immer näher an den Toten heran. Mick fotografierte ihn und seine Umgebung aus jedem möglichen Winkel, dann nahm er das Funkgerät von der Schulter und bellte hinein.
