
Soviel hätte er Belinda noch sagen wollen. Seit dem Besuch in London war es zu einer Entfremdung zwischen ihnen gekommen. Sie liebte ihn zwar, doch wegen Elizabeths schwieriger Geburt verschanzte sie sich wie hinter einer Barriere. Er konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob ihre Kühle… Ärgerlich sah er auf, als der Wachtposten die Muskete aufs Deck stieß und rief:»Ihr Bootsführer, Sir!»
Der Seesoldat würde bald lernen, daß Allday kam und ging, wie es ihm beliebte.
Der Alte trat ein und blieb mitten auf dem Teppich stehen. Sein Kopf reichte bis knapp unters Skylight.
Er sieht fast unverändert aus, dachte Bolitho. Das lag auch an seiner blauen Jacke mit den Goldknöpfen und den Nankinghosen, die ihn als Bootsführer des Admirals kennzeichneten.
«Alles erledigt, Allday?»
Allday blickte sich in der Kajüte um, musterte den neuen Sessel und sah schließlich Bolitho an.
«Die Sache ist die, Sir. «Er zupfte an seiner Jacke.»Ich habe was zu melden.»
Bolitho setzte sich.»Raus damit, Mann.»
«Ich habe einen Sohn, Sir.»
«Wie bitte?«rief Bolitho.
Allday grinste verlegen.»Jemand hat mir geschrieben, Sir. Ferguson las mir den Brief vor, denn ich kann ja nicht.»
Bolitho nickte. Ferguson, sein Diener in Falmouth, wußte ein Geheimnis zu hüten. Er und Allday waren dicke Freunde.
Allday sprach weiter.»Ich kannte mal ein Mädchen, früher auf dem Dorf. Hübsches kleines Ding, aufgeweckt dazu. Wie's scheint, ist sie vor ein paar Wochen gestorben. «Er schaute Bolitho in jäher Verzweiflung an.»Tja, Sir, und da konnte ich doch nicht einfach die Hände in den Schoß legen, nicht?»
Bolitho lehnte sich zurück und beobachtete die Emotio — nen, die sich in Alldays schlichtem Gesicht spiegelten.»Bist du da auch ganz sicher?»
«Aye, Sir. Ich wollte Sie bitten, mit ihm zu reden, wenn das nicht zuviel verlangt ist.»
Von oben erklangen Schritte, und eine Bootsmannspfeife trillerte weitere Matrosen herbei, um beim Beladen zu helfen. In der Achterkajüte schien das alles weit entfernt zu sein.
