Aber Falmouth verlassen? Keen war schon zu Bolithos Hochzeit dort gewesen und kannte das Haus unterhalb von Pendennis Castle besser als die meisten anderen. Die Bo-lithos hatten immer dort gewohnt; es gehörte zu ihnen wie die See.

Bolitho schaute hinüber zu seiner einzige Fregatte Barra-couta. Lapish, ihr junger Kommandant, war erst vor drei Jahren aufgerückt und bisher noch nicht zum Vollkapitän ernannt worden. Der Anblick der verankerten Fregatte, deren Rahen und Decks vor Matrosen wimmelten, weckte in ihm die Erinnerung an den Augenblick, als er zum ersten Mal scharfe Worte an Belinda gerichtet hatte. Von Nelson hatte sie gesprochen, was praktisch jeder in London tat, aber nicht von seinem Mut und seinen Siegen, sondern von seiner unerhörten und unakzeptablen Affäre mit» dieser Frau».

«Du bist ranggleich mit Nelson«, hatte Belinda gesagt.»Aber ihm gibt man eine Flotte und dir nur ein Geschwader!»

«Eine Flotte bekommt man nicht durch Günstlingswirtschaft!«hatte Bolitho versetzt.

Seltsamerweise standen Nelson trotz seines Ruhms und seiner Stellung nur zwei Fregatten zur Verfügung. Der kleine Admiral hatte seine Flagge auf der alten, geachteten Victory gesetzt und war ins Mittelmeer gesegelt, um die Franzosen in Toulon zu blockieren, damit sie dort ebenso eingeschlossen blieben wie in ihren Häfen am Ärmelkanal und Atlantik.

Belinda war bei seinem scharfen Ton zurückgewichen. Sie hatten einander angestarrt wie Fremde.

«Ich rede und handle so, weil du mir wichtig bist«, hatte sie leise geantwortet.

«Weil du meinst, daß du es besser weißt als ich!«hatte er erwidert.»Wir sind hier zu Hause, nicht in London!»

Nun, da er die Schiffe betrachtete und an die Toten dachte, die er gekannt hatte, fragte er sich, was ihn in Wirklichkeit so aufgebracht hatte, daß er zu früh an Bord gegangen war.



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