Sein Mund und sein festes Kinn verrieten, daß er viel daraus gelernt hatte, und die goldene Epaulette auf seiner linken Schulter sagte den Rest. Er war mit dreiundzwanzig Jahren Kapitän, nun sogar auf seinem eigenen Schiff. Die kleine Brigg Firefly lag jenseits der Hafenmauer, verloren auf der weiten Reede mit ihren Kriegs — schiffen, Truppentransportern und der ganzen Geschäftigkeit eines Marinehafens im Krieg.

Bolitho schaute ihn wohlmeinend an.»Dein Vater wäre heute stolz auf dich«, sagte er.

Adam starrte ihn halb besorgt, halb erfreut an.»Das war sehr großmütig von dir. Wie kann ich dir nur danken?»

Bolitho zupfte an seinem goldbestickten Hut, um seine Verlegenheit zu überspielen.»Mein Lohn, wenn ich ihn überhaupt suchte, wäre die Tatsache, daß du im Begriff bist, mit deinem eigenen Schiff in See zu stechen. «Ungestüm ergriff er Adams Arm.»Du wirst mir fehlen.»

Adam lächelte, doch seine Augen blieben traurig.»Kam dir eben eine Erinnerung, Onkel?»

«Aye. «Sie fielen wieder in Gleichschritt, und Bolitho versuchte, sich die Niedergeschlagenheit, die seit Falmouth sein Schatten gewesen war, nicht anmerken zu lassen. War dies nun das letzte Mal? Der Anlaß für seine Unruhe? Würde er wie so viele andere auf einem zerfetzten, blutigen Deck enden und nie hierher zurückkehren?

«Er hielt uns für Brüder«, sagte Adam.»Ich faßte das als Kompliment auf.»

Als er lachte, sah Bolitho in ihm wieder den Midshipman.

Er zog seinen Umhang zurecht. Auch ihn erwartete ein Schiff, sein Flaggschiff. Vielleicht würde die Last der Verantwortung, die seine Befehle mit sich brachten, seine Zweifel zerstreuen, sie so weit achteraus zurücklassen wie das Land. Draußen wartete sein Geschwader auf ihn. Zum Glück war es ihm gelungen, Valentine Keen als Flaggkapitän zu behalten. Aber sonst werde ich diesmal nicht viele vertraute Gesichter sehen, dachte er.



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