
Der Frieden von Amiens hatte zwar nur ein knappes Jahr gedauert, doch während dieses Zeitraums hatten es die Seelords und eine selbstgefällige Regierung für richtig gehalten, die Flotte unsinnig zu demobilisieren. Sechzig von hundert Linienschiffen waren außer Dienst gestellt, vierzigtausend Matrosen und Seesoldaten an Land geworfen. Bolitho war zu seinem Glück im Dienst geblieben. Seltsam, daß sein letztes Flaggschiff, die Achates, die erste richtige Schlacht nach dem Frieden geschlagen und wider Erwarten gewonnen hatte; und das zu einem Zeitpunkt, da die Kriegsmarine einer Siegesnachricht dringend bedurfte. Eine weitere Laune des Schicksals war die Tatsache, daß Argonaute, das Schiff des französischen Admirals, das sie nach einem der heftigsten Nahgefechte, deren sich Bolitho entsinnen konnte, aufgebracht hatten, nun kurz davorstand, am Vormast seine Flagge zu tragen. Achates war ein altes Schiff gewesen und würde nun viele Monate in der Werft bleiben. Von den früheren Gefechten in der Karibik hatte sie sich nie so recht erholt. Argonaute dagegen war vergleichsweise neu und auf ihrer Jungfernfahrt gewesen, als sie von ihnen zur Kapitulation gezwungen worden war.
Er fragte sich vage, ob erbeutete Schiffe etwas gegen ihre neuen Herren und ehemaligen Feinde hatten. Er war einmal Flaggkapitän auf einer Prise gewesen, konnte sich jedoch an seltsame Vorkommnisse dort nicht entsinnen.
Er hatte ohnehin keine andere Wahl. Jedes Schiff, jeder erfahrene Seemann wurde gebraucht, denn während England seine Kraft erlahmen ließ, hatte der alte Feind jenseits des Kanals aufgerüstet. Neue Schiffe, eifrige junge Kapitäne und eine riesige, auf Sieg erpichte Armee zeichneten ein düsteres Bild für Englands Zukunft.
Einige Seesoldaten, die an der Hafenmauer Schutz gesucht hatten, nahmen Haltung an, als sich die beiden Offiziere näherten.
Auch Allday würde ihm fehlen, dachte Bolitho. Diesmal sollte Hogg, Keens Bootsführer, mit der Barkasse an den Stufen warten.
