
Der halbrunden Wand folgend, gelangte man zum Esszimmer, in dessen Mitte ein Mahagonitisch stand, an dem leicht dreißig Gäste Platz fanden — und angesichts der Vorliebe meines Vaters für aufwändige Partys geschah das fast jede Woche. Am anderen Ende des Esszimmers befand sich ein großer marmorner Kamin.
Eine gläserne Schiebetür öffnete sich auf eine halbkreisförmige Terrasse, von der aus man einen knapp ein Hektar großen Garten und Kirschbaumreihen überblickte. Baba und Ali hatten entlang der östlichen Mauer einen kleinen Gemüsegarten angelegt, Tomaten, Minze, Paprika und eine Reihe Mais, der aber nie richtig gedieh. Hassan und ich hatten sie »Mauer des kränkelnden Maises« getauft.
Am südlichen Ende des Gartens, im Schatten eines Mispelbaumes, befand sich die Dienstbotenunterkunft, eine bescheidene. kleine Lehmhütte, wo Hassan mit seinem Vater lebte. Und dort, in dieser kleinen Hütte, war Hassan im Winter des Jahres 1963, nur ein Jahr nach dem Tod meiner Mutter, die bei meiner Geburt gestorben war, zur Welt gekommen.
In den achtzehn Jahren, die ich in dem Haus gelebt habe, habe ich Hassans und Alis Hütte nur rund ein Dutzend Mal betreten. Wenn die Sonne hinter den Hügeln versank und wir unser Spiel für den Tag beendet hatten, trennten sich unsere Wege.
