»Weil Edwina immer zu den Claridges geht, das weißt du doch ganz genau«, hatte Mrs. Lacey geantwortet.

Ihr Mann hatte sie prüfend angesehen und gefragt: »Du planst doch wohl nicht irgend etwas, Em, oder?«

»Ich - und irgend etwas planen?« Em hatte ihn mit ihren großen blauen Augen angesehen. »Natürlich nicht. Was sollte ich denn planen?«

Der alte Oberst hatte tief und dröhnend gelacht. »Ich traue es dir glatt zu, Em. Wenn du am unschuldigsten aussiehst, hast du bestimmt etwas vor.«

Mrs. Lacey dachte an dieses Gespräch und fuhr jetzt fort: »Edwina meinte, daß Sie uns vielleicht helfen könnten ... Ich kann mir das zwar nicht vorstellen, aber Edwina erzählte, daß Sie einmal ihren Freunden in einem ähnlichen Fall geholfen haben. Ich - nun ja, Sie wissen vielleicht gar nicht, wovon ich rede?«

Poirot sah sie ermutigend an. »Wenn ich Ihnen irgendwie helfen kann, werde ich es mit Freude tun. Wenn ich Sie recht verstehe, handelt es sich um eine recht bedauerliche Angelegenheit, um die Schwärmerei eines jungen Mädchens.«

Mrs. Lacey nickte. »Ja. Sie wundern sich vielleicht, daß ich - nun ja, mit Ihnen darüber spreche. Schließlich kenne ich Sie überhaupt nicht...«

»Und ich bin sogar noch Ausländer«, ergänzte Poirot.

»Ja«, antwortete Mrs. Lacey, »aber vielleicht macht das die Dinge leichter. Jedenfalls schien Edwina zu glauben, daß Sie möglicherweise - wie soll ich sagen - irgendwelche nützliche Auskünfte über diesen jungen Desmond Lee-Wortley geben könnten.«

Poirot antwortete nicht sofort. Er bewunderte insgeheim Mr. Jesmond, der Lady Morecombe geschickt und mühelos für seine Ziele eingespannt hatte.

»Soweit ich weiß, hat dieser junge Mann keinen guten Ruf«, meinte er taktvoll.



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