
Unter den Neuankömmlingen waren Paul Templarhaus und seine junge Frau Frieda. Paul war in München Fleischergeselle gewesen. Mit der Mitgift, die er erhielt, als er Frieda heiratete, wanderte er nach New York aus und eröffnete einen Fleischerladen, der schnell in die roten Zahlen kam. Er zog dann nach St. Louis, Boston und schließlich nach Detroit, und in jeder Stadt hatte er den gleichen Misserfolg. In einer Epoche blühenden Geschäftslebens und zunehmenden Reichtums mit einem wachsenden Bedarf an Fleisch brachte es Paul Templarhaus fertig, Geld zu verlieren, wo immer er einen Laden aufmachte. Er war ein guter Fleischer, aber ein hoffnungslos unfähiger Geschäftsmann. In Wirklichkeit war er mehr daran interessiert, Gedichte zu schreiben, als Geld zu verdienen. Er verbrachte Stunden damit, Reime und Metaphern zusammen-zuträumen. Er pflegte sie zu Papier zu bringen und sie an Zeitungen und Magazine zu schicken, die jedoch nie auch nur eines seiner Meisterwerke annahmen. Geld war für Paul unwichtig. Er gab jedermann Kredit, und es sprach sich schnell herum: Wenn man kein Geld hatte und das beste Fleisch haben wollte, ging man zu Paul Templarhaus.
Pauls Frau Frieda war ein recht unansehnliches Geschöpf, das keine Erfahrungen mit Männern gehabt hatte, ehe Paul ihren Weg kreuzte und um sie angehalten hatte – oder vielmehr, wie es sich gehörte, bei ihrem Vater um sie angehalten hatte. Frieda hatte ihren Vater angefleht, Pauls Antrag anzunehmen, aber der alte Herr brauchte gar nicht gedrängt zu werden, hatte er doch verzweifelte Angst gehabt, den Rest seines Lebens mit Frieda verbringen zu müssen. Er hatte sogar die Mitgift erhöht, damit Frieda und ihr Mann Deutschland verlassen und in die Neue Welt gehen konnten.
