Allday sah ihn gelassen an.»Ein gutgebautes Schiff. «Das Wort» Sir «wollte ihm nicht über die Lippen. Sonst hatte er Bolitho immer» Captain «genannt, das hatte sich zwischen ihnen so ergeben. Seit dem neuen Rang stimmte nun auch das nicht mehr.

Allday erriet Bolithos Gedanken und grinste betreten.»Entschuldigung, Sir. «Böse starrte er die beiden Matrosen an, die noch mit einer Kiste in Händen dastanden.»Aber ich kann warten. Es wird nicht mehr lange dauern, dann heißt es sowieso >Sir Richard<!»

Er wartete, bis die beiden Matrosen draußen waren, und sagte dann leise:»Sie möchten jetzt wohl gern allein sein, Sir. Ich werde Ihrem Steward Bescheid sagen, wie Sie alles haben wollen.»

Bolitho nickte.»Sie kennen mich gut.»

Allday schloß die Tür hinter sich.»Besser, als du dich jemals selber kennen wirst«, murmelte er und warf dem Posten vor der Tür einen kalten Blick zu.

Draußen auf dem Achterdeck trat Herrick langsam an die Netze und starrte zu den anderen Schiffen hinüber. Das war ein schlechter Anfang gewesen, für sie beide. Aber vielleicht war alles auch nur Einbildung, sogar seine Abneigung gegen Farquhar. Farquhar seinerseits teilte diese Abneigung bestimmt nicht, dem war er völlig gleichgültig. Warum regte er sich also bei jeder Gelegenheit auf?

Bolitho war doch der alte geblieben. Dieselbe Ernsthaftigkeit, die jederzeit in jugendlichen Übermut umschlagen konnte. Sein Haar war so schwarz wie eh und je. Er war auch immer noch so schlank und beweglich, nur seine rechte Schulter wirkte etwas steif. Wie lange war es her, daß ihn die Musketenkugel verwundet hatte? Fast sieben Monate mußten es schon sein. Die Linien um seine Mundwinkel waren ein bißchen tiefer geworden. Wegen der Schmerzen oder der neuen Verantwortung? Wohl beides zu gleichen Teilen.

Herrick sah, daß der Wachoffizier ihn neugierig musterte, und rief:»Mr. Kipling, Signal an Geschwader: Alle Kommandanten auf Abruf an Bord des Flaggschiffs!»



10 из 373