«Was macht der junge Adam Pascoe?«fragte Bolitho.»Ich habe ihn beim Anbordkommen nicht gesehen. «Schon als er fragte, sah er, daß Herrick plötzlich ein Dienstgesicht bekam.

«Ich wollte es Ihnen gerade erzählen, Sir. Er liegt im Krankenrevier. Ein kleiner Zwischenfall, aber Gott sei Dank nichts Ernstes.»

«Die Wahrheit, Thomas!«verlangte Bolitho.»Ist mein Neffe krank?»

Herrick sah auf, seine blauen Augen blitzten auf einmal ärgerlich.»Ein dummer Streit mit dem Sechsten Offizier der Osiris, Sir, der ihn irgendwie beleidigte. Sie hatten beide dienstlich an Land zu tun, und bei der Gelegenheit trugen sie die Sache aus.»

Bolitho zwang sich, langsam ans Heckfenster zu treten und die Wasserwirbel am Ruder zu betrachten.

«Ein Duell?»

Schon beim bloßen Klang des Wortes wurde ihm übel. Zum Verzweifeln war das! Sollte Adam nach seinem Vater Hugh Bolitho schlagen? Nur das nicht!

«Reiner Übermut wahrscheinlich«, antwortete Herrick, aber es klang nicht sehr überzeugt.»Jedenfalls ist keiner ernstlich verletzt. Immerhin hat der andere wohl mehr abbekommen als Adam.»

Bolitho wandte sich um.»Ich will ihn sofort sprechen«, sagte er leise.

Herrick schluckte.»Mit Ihrer Erlaubnis, Sir, möchte ich die Sache selbst regeln.»

Bolitho spürte, daß sich eine große Kluft zwischen ihn und seinem Freund auftat. Langsam nickte er.

«Gewiß, Thomas. Adam Pascoe ist zwar mein Neffe, aber jetzt vor allem einer Ihrer Offiziere.»

Herrick sprach nun wieder etwas weniger förmlich.»Tut mir leid, daß ich Ihnen schon in der ersten Stunde an Bord Ärger bereiten muß, Sir. Um alles in der Welt hätte ich das lieber vermieden.»

Bolitho lächelte ernst.»Ich weiß. Dumm von mir, mich da einmischen zu wollen. Ich war schließlich selbst Flaggkapitän und habe mich oft geärgert, wenn mein Vorgesetzter mir dazwischenredete.»

Herrick wollte das Thema wechseln; er sah sich in der geräumigen Kajüte um.



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