»Es tut mir wirklich leid«, antwortete Mrs. Oliver mit fester Stimme, »daß ich überhaupt nichts darüber weiß. Nun, da Sie die Sache erwähnen, erinnere ich mich vage, auch an die Namen und daß ich die Leute kenne, aber ich habe nie gewußt, was wirklich los war. Ich habe nicht die leiseste Idee ... «

Wirklich, dachte Mrs. Oliver, hätte ich doch bloß den Mut, der Person zu sagen, woher sie in Teufels Namen die Dreistigkeit nimmt, mich so was zu fragen.

»Es ist nämlich sehr wichtig für mich, die Wahrheit zu erfahren«, sagte Mrs. Burton-Cox. Ihre Augen, die aussahen wie Kieselsteine, wurden scharf. »Es ist deshalb wichtig, weil mein Junge, mein lieber junge, Celia heiraten will.« »Ich fürchte, ich kann Ihnen nicht helfen, ich habe nie etwas gehört.«

»Aber Sie müssen es wissen! Sie schreiben doch so herrliche Geschichten. Sie wissen alles über Verbrechen, wer sie begeht und warum. Ich bin sicher, daß alle möglichen Leute Ihnen die Geschichte hinter der Geschichte erzählen, weil Sie soviel mit diesen Dingen zu tun haben.«

»Ich weiß überhaupt nichts«, sagte Mrs. Oliver. Ihre Stimme war nicht mehr so höflich und klang ausgesprochen abweisend.

»Aber man kann doch jetzt, nach all den Jahren nicht einfach zur Polizei gehen! Sie würden einem doch nichts sagen. Offensichtlich wollte man damals alles vertuschen. Aber ich habe einfach das Gefühl, daß ich die Wahrheit wissen muß.«

»Ich schreibe nur Bücher«, meinte Mrs. Oliver kalt. »Sie sind völlig erfunden. Ich persönlich weiß nichts über Verbrechen und habe keine Meinung über Kriminalogie. Deshalb kann ich Ihnen leider in keiner Weise helfen.«

»Aber Sie könnten Ihr Patenkind fragen! Sie könnten Celia fragen!«

»Celia fragen?« Mrs. Oliver erstarrte. »Ich wüßte nicht, wie ich das tun könnte. Sie war -nein, ich glaube, sie muß noch ein richtiges Kind gewesen sein, als sich diese Tragödie ereignete.«



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