
»Ich nehme an, sie weiß trotzdem genau Bescheid«, antwortete Mrs. Burton-Cox. »Kinder wissen immer alles! Und Ihnen würde sie es erzählen. Ihnen bestimmt!«
»Sie sollten sie selber fragen, finde ich.«
»Das kann ich unmöglich«, erklärte Mrs. Burton-Cox. »Ich glaube nicht, daß es Desmond recht wäre. Er ist ziemlich - ziemlich empfindlich, was Celia betrifft, und ich glaube wirklich nicht - nein - ich bin überzeugt, daß sie es nur Ihnen sagt.«
»Ich denke nicht im Traum daran, sie zu fragen«, sagte Mrs. Oliver und tat, als ob sie auf ihre Uhr sähe. »Ach, du meine Güte«, rief sie, »wieviel Zeit wir mit diesem reizenden Essen vertan haben. Ich muß laufen. Ich habe eine sehr wichtige Verabredung. Guten Tag, Mrs. -hm - Bedley-Cox, es tut mir wirklich leid, daß ich Ihnen nicht helfen kann, aber diese Sache ist doch ziemlich delikat und - spielt es denn Ihrer Meinung nach wirklich eine so große Rolle?«
»Oh, ich glaube, eine ganz große.«
In diesem Augenblick schlenderte eine literarische Persönlichkeit, die Mrs. Oliver kannte, vorbei. Mrs. Oliver sprang auf und erwischte sie am Arm.
»Louise, meine Liebe, wie reizend, daß ich dich treffe. Ich habe gar nicht gewußt, daß du hier bist.«
»Ach, Ariadne, es ist lange her, seit ich dich gesehen habe. Du bist dünner geworden, was?« »Was du mir immer für Komplimente machst«, sagte Mrs. Oliver, nahm ihre Freundin am Arm und zog sie vom Sofa weg. »Ich muß rennen, weil ich eine Verabredung habe.«
»Ich nehme an, du bist dieses schreckliche Weib nicht losgeworden, nicht wahr?« fragte ihre Freundin und sah über die Schulter auf Mrs. Burton-Cox zurück.
»Sie hat mir so seltsame Fragen gestellt«, sagte Mrs. Oliver. »Aha! Und du konntest sie nicht beantworten?«
»Nein. Außerdem ging mich die Sache nichts an. Ich habe überhaupt nichts davon gewußt. Und ich hätte ihr auch nicht geantwortet.«
