
»Diese … diese ekelhafte Angelegenheit hat nichts mit meinen Gästen zu tun«, rief der Hotelmanager und bekam vor Empörung kaum Luft. »Das sind zum größten Teil ausländische Touristen oder Isländer aus anderen Landesteilen, vermögende Leute, die Reedereien und dergleichen besitzen. Keiner von denen hat irgendwas mit diesem Portier zu tun. Keiner! Dies ist das zweitgrößte Hotel in Reykjavik, und über die Feiertage ist es voll bis unters Dach. Ihr könnt mir hier nicht dichtmachen! Das könnt ihr einfach nicht machen!«
»Wir könnten schon, aber wir werden es nicht tun«, sagte Erlendur beschwichtigend. »Wir müssen vielleicht den einen oder anderen Hotelgast vernehmen, und den größten Teil des Personals, denke ich.«
»Gott sei Dank«, stöhnte der Hotelmanager und schien sich wieder zu beruhigen.
»Wie hieß der Mann?«
»Guðlaugur«, sagte der Hotelmanager. »Ich glaube, er ist so um die fünfzig. Und du hast wohl Recht, was seine Familie angeht. Ich glaube, er hat keine.«
»Wer hat ihn hier besucht?«
»Ich habe keine Ahnung«, schnaufte der Hotelmanager.
»Ist hier im Hotel vielleicht irgendetwas Ungewöhnliches vorgefallen, was mit diesem Mann in Verbindung stand?«
»Nein.«
»Diebstahl?«
»Nein, hier ist gar nichts vorgefallen.«
»Beschwerden?«
»Nein.«
»Er war nicht in irgendwas verwickelt, was das hier erklären könnte?«
»Nicht, dass ich wüsste.«
»Gibt es jemanden im Hotel, mit dem er nicht gut auskam?«
»Mir ist nichts dergleichen bekannt.«
»Vielleicht außerhalb des Hotels?«
»Ich weiß von nichts, aber ich kenne ihn auch nicht besonders gut. Kannte …«, korrigierte sich der Hotelmanager.
»Nicht einmal nach zwanzig Jahren?«
»Nein, eigentlich nicht. Er hatte nicht viel für andere Menschen übrig, glaube ich. Er lebte ziemlich für sich.«
