Und eine lange Zeit hatte sie natürlich auch niemanden sehen wollen, sich lieber in ihrem Selbstmitleid vergraben. Aber schließlich war sie dann doch aus ihrem Gehege gegangen, manchmal zum Strand, wo sie sich aufrecht irgendwo anlehnte, um das prachtvolle Sternenmeer zu sehen. Mit der Zeit hatte sie dann auch landeinwärts Erkundungsausflüge unternommen, aber stets bei Nacht, um mögliche Probleme gering zu halten. Bis auf die Moskitos und andere Insekten, die sie nicht mehr spürte, gab es keine Raubtiere, die ihr gefährlich werden konnten, und die Einwohner fürchteten die Dunkelheit.

Aber sie war natürlich dann doch auf einige von ihnen gestoßen, und die erste Begegnung wurde zu einer Katastrophe. Sie erkannten sofort, was sie sahen — eben das in ihren Legenden beschriebene Tier —, und waren so entsetzt, daß einer von ihnen auf der Stelle tot umfiel und der andere den Verstand verlor.

Der machtvollste Zauber ist der, an welchen man glaubt, hatte sie festgestellt.

Und so übte sie zunächst Vorsicht. Da sie einen Übersetzer besaß, konnte sie die anderen so verstehen, wie man sie verstand, auch wenn das Ding ihrer Stimme einen unheimlichen Klang verlieh.

Genau die richtige Wirkung. Ambrezaartig, aber kein Ambreza. Etwas anderes: die Göttin!

Und zuletzt verkündete sie natürlich den Einheimischen, wenn sie ihr dienten, würde sie sich einmal zeigen, ohne daß sie Nachteiliges zu befürchten hätten. Als sie schließlich in den Feuerschein trat, geisterhaft und unheimlich, taten sie, was sie erhofft hatte. Sie warfen sich zu Boden und beteten sie an.

Aber den Ambreza davon zu berichten, bedeute, ihren Zorn auf sich herabzuziehen, warnte sie. Schon eine Mitteilung an andere Stämme werde ein Schicksal auf sie herabziehen, schlimmer als der Tod. Ihr Stamm hatte sich daran gehalten. Seine Angehörigen waren das Volk der Göttin, und in diesem Wissen schwelgte man.



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