
Sie befahl, ihn zu ihr zu bringen, und schoß eine ihrer kleinen Leuchtraketen ab, um die Ambreza zu verständigen. Auch dies göttlicher Zauber.
Der Ambreza-Arzt war erschienen und hatte sich den Jungen angesehen.
»Es besteht keine Hoffnung«, erklärte er. »Ich kann ihn in ein Krankenhaus bringen, gewiß, aber nicht mehr rechtzeitig. Er ist auf furchtbare Weise verbrannt. Ich könnte sein Leben retten, aber nie seine Gliedmaßen, und er würde diese riesigen Narben sein ganzes Leben lang tragen. Es ist am besten, ihn von seinem Elend zu erlösen.«
Etwas stieg in ihr auf, als sie den armen, verbrannten Jungen von zehn oder elf Jahren betrachtete.
»Das ist kein Haustier, das man erlöst!«schrie sie das Biberwesen an. »Das ist ein Mensch! Wenn Sie ihn nicht um Ihretwillen retten wollen, dann um meinetwillen!«
Sie wußte nicht, warum sie das gesagt hatte, es war ihr einfach richtig erschienen. Der hilflose, verunstaltete Junge erinnerte sie auf irgendeine Weise an ihre eigenen Erlebnisse.
Sie begleitete den Jungen und den Arzt nach Ambreza und sah ihn später, noch in Narkose, in einem Hoch-tech-Krankenhaus. Er war überall mit Narben bedeckt, und beide Hände und Füße waren amputiert worden.
Man diskutierte mit ihr. Normalerweise hätte man sie nicht beachtet, aber die Ambreza empfanden ein besonderes Schuldgefühl und starke Verantwortung für Mavra Tschang.
»Aber was kann er tun?«hatte man gefragt. »Der Stamm würde ihn töten. Sie können ihm auch nicht helfen. Das ist doch unvernünftig.«
Und plötzlich hatte die Lösung unaufgefordert vor ihr gestanden. Derartige Intuitionen waren nicht typisch für sie; sie rührten von der Verwandlung her.
»Er ist ein Mann!«hatte sie geschrien. »Wenn die Olbornier die gelben Steine noch besitzen, dann bringt ihn dorthin! Berührt seine verstümmelten Arme, bis sie sich verändern, dann seine Beinstümpfe! Macht ihn zu einem Tschang wie mich und gebt ihn mir!«
