
»Ich bin auf jeden Fall steril«, sagte sie mit leisem Lachen. »Selbst wenn ich es nicht wäre, hätten wir Glathriel-Kinder. Aber es gibt vielleicht Wege. Ich habe schon seltsamere Experimente in genetischer Manipulation gesehen. Für mich könnte es aber schon zu spät sein. Ich werde langsam zu alt dafür.«
Er drängte sich an sie.
»Für mich bist du nicht zu alt. Ein bißchen zerfranst und dick und breitarschig, aber ich mag das so.«
»Das sagst du nur, weil ich die einzige Frau bin, die du hast«, sagte sie. »Außerdem weiß ich von der Jungfrauenopferung, die du dem Stamm einreden willst.«
Er lachte.
»Ich hatte eine gute Lehrerin«, sagte er. Er wurde wieder ernst. »Aber ich bin kein Glathriel mehr. Ich bin ein Tschang, du bist ein Tschang, und niemand kann daran etwas ändern.«
Das freute sie. Sie kehrten in ihre Unterkunft zurück, und Mavra war zuversichtlich, daß sie, bevor sie starb, einmal wieder über ihr eigenes Schicksal würde bestimmen können.
Aber das Schicksal hatte stets über Mavra Tschang bestimmt.
Dasheen
Ben Yulin war nervös. Die Yaxa waren in Dasheen nicht sehr willkommen, nicht seit den Tagen des Krieges, als das friedliche, agrarische Dasheen durch seine Anwesenheit und die Beharrlichkeit der Yaxa in den Krieg hineingezogen worden war, auf Seiten des Nord-Bündnisses.
Die Dasheen waren Minotauren; im Augenblick gab es ungefähr achthunderttausend davon, und nur an die achtzigtausend waren Männer. Ihre großen, kräftigen, muskulösen Körper waren mit seidigem Fell bedeckt, die Köpfe glichen denen stromlinienförmiger Stiere: riesig, fast ohne Hals, mit kurzen Schnauzen, breiten, rötlichen Nasen, großen, braunen Augen und gewaltigen, gebogenen Hörnern.
Vom Standpunkt der Männer aus war der einzige Nachteil der, daß Dasheen-Stieren die Fähigkeit mangelte, Kalzium direkt zu verarbeiten. Das führte zu einer Mangelerscheinung, die nur durch die Milch der Frauen zu beheben war.
