
Sie waren aneinander gewöhnt. Nach dem Trinken fragte er:»Gehst du zum Strand? Die Nacht scheint klar zu sein.«
Sie nickte.
Sie verließen das Gehege und trabten den Weg hinunter. Das Rauschen der Brandung wurde sehr laut.
»Muß ein Sturm draußen auf dem Meer sein«, meinte er. »Hör dir das an.«
Aber ob draußen ein Sturm tobte oder nicht, der Himmel war fast völlig klar und ließ nur hier und dort hauchdünne Wolken erkennen.
Er legte sich in den Sand, und sie ließ sich auf ihm nieder, so daß sie die Sterne sehen konnte.
Die Hoffnung ist nie zu Ende, dachte sie. Nicht, solange ich lebe. Nicht, solange die Sterne so leuchten.
Joshi drehte den Kopf nach oben und schaute zum nordöstlichen Horizont hinüber.
»Schau«, sagte er, »du kannst deinen Mond sehen.«
Sie senkte den Blick zum Horizont. Da war er, eine große, silberne Scheibe, unwirklich und fehl am Platze, wie ein großer Silberklumpen.
Sie sind sicher alle längst tot, dachte sie. Alle bis auf Obie — der arme, einsame Obie. Der Computer war weit mehr gewesen als jede Maschine mit Eigenbewußtsein, die sie je gesehen hatte. Obie war der Sohn Gil Zinders und betrachtete sich auch so. Einsam. Ein merkwürdiger Begriff für ihr Denken, nachdem sie doch ihr ganzes Leben einsam gewesen war, bis auf die wenigen Jahre ihrer Ehe. Und trotzdem ging es ihr jetzt besser als dem armen Obie. Sie hatte Joshi und den Stamm.
Nach einer Weile drang die salzige Gischt bis zu ihnen. Wolken zogen auf, und sie kehrten zu ihrer Unterkunft zurück.
»Die ›Trader‹ muß irgendwann diese Woche kommen, nicht wahr?«sagte er.
»Ja. Hoffentlich bringt sie die Biologiebücher mit und die Bände über Wadenetzfischen.«
Er seufzte.
»Das mit der Fischerei kann ich verstehen — jedenfalls für den Stamm. Die Gläubigen müssen gläubig bleiben. Aber warum das Interesse an der Biologie? Du weißt, daß wir eine Rasse aus zwei Geschöpfen sind, und steril dazu. Wenn nicht, hätten wir schon Kinder.«
