Er schüttelte ungläubig den Kopf.

»Aber — warum denn?«

»Ich kann mir nur vorstellen, daß jemand endlich einen Weg zum Raumschiff im Norden gefunden hat und man die Konkurrenz ausschalten will«, erwiderte sie kalt und sachlich, mit einer Stimme, wie er sie von ihr noch nie gehört hatte. Er lernte zum erstenmal die wahre Mavra Tschang kennen, und sie stürzte ihn in Verwirrung.

Aber ihre Augen glänzten. Nach all den Jahren war das große Spiel wieder im Gange, das Spiel, für das sie wie geschaffen war.

»Das Feuer brennt nieder, ist fast schon ausgegangen«, meinte er. »Wollen wir sehen, was wir noch retten können?«

»Wir halten uns fern und verbringen die Nacht hier im Dickicht«, sagte sie.

»Die Eingeborenen —«

»Kommen am Schiffstag nicht in die Nähe, das weißt du.«

»Und die Ambreza?«

»Es sind keine Leuchtraketen abgefeuert worden, also ahnen sie nichts«, erwiderte sie. »Wenn sie nicht zufällig jemanden auf Spähgang geschickt haben, erfahren sie, was geschehen ist, vielleicht erst, wenn es schon zu spät ist.«

»Zu spät wofür?«fragte er betroffen.

»Ich habe in so vielen Jahren keinen Fluchtversuch mehr unternommen, daß sie das schon für selbstverständlich halten«, erklärte sie. »Sie passen nicht mehr so gut auf. Ich habe immer noch ein kleines Vorratslager, das weißt du. Der getrocknete Tabak im Anbau und die kleinen Goldbarren, die ich im Laufe der Jahre über die ›Trader‹ erworben habe.«

»Ich dachte immer, das sei nur für kleine Bestechungen. Ich hätte nie geglaubt —«

»Wer an alles denkt, bleibt am Leben«, sagte sie. »Wenn wir Glück haben, können wir mit unserem kleinen Bankkonto eine Schmuggelfahrt auf der ›Toorine Trader‹ bezahlen.«



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