
»Oh«, sagte Grüne.
* * *
Die Yaxa schwebte über das Ufer und suchte mit den Augen den Boden ab. Es war eine anstrengende Reise gewesen, fast zwanzig Tage lang, aber jetzt war das Ziel erreicht. Danach brauchte sie nur noch ein Zone-Tor zu erreichen. Die Beute sollte nach Zone kommen, zur Yaxa-Botschaft.
Als der einzige Neuzugang in der Geschichte Yaxas von einer ›menschlichen‹ Welt besaß sie besondere Befähigungen. Die anderen verstanden die menschliche Natur nicht, ganz anders als sie, aber man hatte erkannt, worin ihr Wert lag, und ihr die wichtigste Aufgabe übertragen.
Als sie über dem Gehege kreiste, bemerkte sie sofort, daß etwas nicht stimmte. Die Vorderseite war eingestürzt, demnach mußte es gebrannt haben. War sie zu spät gekommen?
Aber nein, als sie weiterforschte, sah sie Ambreza und die Spuren einer verzweifelten Suche.
Tot? Oder —?
Sie flog hinaus aufs Meer, hoch über dem blaugrünen Wasser und den Schaumkronen.
Sie konnte nicht glauben, daß Mavra Tschang tot war, nicht, bis sie ihre Leiche mit eigenen Augen sah.
Aber wenn nicht tot, was dann? Wenn Piraten sie überfallen hatten und sie entkommen war… wohin würde sie sich wenden? An die Ambreza? Nein. Die Ambreza dort unten hatten Suchtrupps ausgesandt, und auch in dem kleinen Boot drüben schienen Suchende zu sitzen.
Nicht nach Süden also, auch nicht nach Norden ins tödliche Ginzin. Also auf dem Meer?
Aber das hieß — Entführung.
Wer sollte Mavra Tschang entführen wollen, außer sie selbst? dachte Yaxa. Gewiß nicht Ortega. Er hatte sie ja schon. Also — Antor Trelig.
Es konnte nicht anders sein. Vielleicht wollte er mit Ortega ins Geschäft kommen, da Trelig der einzige mit im Spiel war, der noch keinen Zugang zum Norden hatte. Wenn das zutraf, würde er sie kaum nach Zone bringen. Die Makiem besaßen nicht die Kräfte einer Yaxa, und lange würde er vor Ortega nicht geheimhalten können, wo sie sich befand.
