Arkadij und Boris Strugatzki

Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein

Prolog

In jenen Tagen war es, als ich erkannte, was es bedeutet, zu leiden; was es bedeutet, sich zu schämen; was es bedeutet, zu verzweifeln.

Pierre Abelard

Ich muß euch folgendes einschärfen.

Während unseres Einsatzes werdet ihr

zur Aufrechterhaltung der Autorität

bei den Geschützen stehen.

Von den Waffen Gebrauch zu machen

ist euch aber unter keinen Umständen erlaubt.

Unter keinen Umständen.

Habt ihr mich verstanden?

Ernest Hemingway

Der Kolben von Ankas Armbrust war aus schwarzem Kunststoff. Die Sehne war aus Chromstahl und wurde durch einen lautlos schnappenden Hebel bewegt. Anton hielt nicht viel von solchen Neuerungen. Er besaß eine solide Kampfausrüstung im Stil des Marschalls Totz, König Pitz des Ersten. Sie war mit schwarzem Kupfer beschlagen, und an kleinen Rädchen lief eine Schnur aus Stiersehnen. Paschka dagegen hatte ein Luftgewehr. Armbrüste hielt er für kindisch, denn er war von Natur aus faul und unbegabt für Bastelarbeiten.

Sie legten am Nordufer an, dort, wo aus dem gelben Sandabhang die knorrig verwachsenen Wurzeln von mächtigen Kiefern herausragten. Anka ließ das Steuerruder fahren und blickte um sich. Die Sonne stand schon über dem Wald. Ein blauer Nebel hing über dem See. Die Föhren leuchteten dunkelgrün, in der Ferne zog sich ein gelber Sandstrand hin. Über allem lag ein hellblauer Himmel. Die Kinder saßen im Boot, beugten sich über Bord und schauten ins Wasser.

»Nichts zu sehen«, sagte Paschka.

»Ein riesiger Hecht«, sagte Anton mit übertriebener Sicherheit. »Mit solchen Flossen, was?« sagte Paschka.

Anton gab keine Antwort. Auch Anka blickte ins Wasser, sah aber nur ihr eigenes Spiegelbild.



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