Jack L. Chalker

Exil Sechseck-Welt

In den Gaemesjun-Labors, Makeva


Es war nicht die Tatsache, daß Gilgam Zinders Laborassistentin einen Pferdeschwanz hatte, die am sonderbarsten erschien; das wahrhaft Seltsame war, daß sie ihren Zustand nicht als merkwürdig oder ungewöhnlich zu empfinden schien.

Zinder war hochgewachsen und dünn, ein hagerer Mann mit grauen Haaren und einem langen, grauen Spitzbart, der ihn noch älter erscheinen ließ, als er in Wirklichkeit war, und eingefallener dazu. Seine blaugrauen Augen, gerötet und umgeben von dunkelnden Schatten, verrieten seine Überarbeitung. Er hatte seit zwei Tagen nicht daran gedacht, etwas zu essen, und Schlaf war eine theoretische Sache geworden.

Es war auch ein sehr eigenartiges Labor, angelegt etwa wie ein Amphitheater, mit einem kreisförmigen, erhöhten Podium, ungefähr vierzig Zentimeter über dem Boden, das als Bühne diente. Über der Bühne hing ein Gerät, das einer großen Kanone glich, aber in einem kleinen Spiegel endete, aus dem eine winzige Spitze ragte.

Eine Galerie führte um die Apparatur herum; hier, entlang der Wände, gab es Tausende von blinkenden Lampen, Skalen und Schaltern und vier Steuerkonsolen, gleichmäßig um den Kreis darunter verteilt. An einer davon saß Zinder; ihm unmittelbar gegenüber saß ein viel jüngerer Mann in glänzender Schutzkleidung an einer zweiten. Zinders Labor-Overall sah aus, als sei er im letzten Jahrhundert angefertigt worden.

Die Frau, die auf der erhöhten Scheibe stand, war von unauffälligem Aussehen, Ende dreißig und ein wenig dicklich und schlaff, von der Sorte, die ordentlich angezogen viel besser aussieht als nackt, was sie jetzt war.

Nur hatte sie einen Pferdeschwanz, lang und buschig.

Sie blickte verwirrt und etwas ungeduldig zu den beiden Männern hinauf.



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